Tourenanalyse 2004

30. Januar 2005

Für das Jahr 2004 haben 46 verschiedene Autoren bisher 989 Touren im Tourenverzeichnis erfasst. Davon gehen, eine schöne Bestätigung der 80:20-Regel, 663 Touren oder 67% auf das Konto der zehn aktivsten Autoren. Die knapp 1000 Touren sind zwar noch nicht ausreichend repräsentativ für Aussagen zum gesamten Wandern und Bergsteigen in der Schweiz, lassen aber doch erste Rückschlüsse zu.

Tourenarten

Dass die meisten Touren den Charakter von Wanderungen haben, dicht gefolgt von den schwierigeren Bergtouren, entspricht der Erwartung. Auch dass die Klettertouren anteilmässig an letzter Stelle stehen, überrascht nicht. Eher überraschend ist der hohe Anteil der Skitouren gegenüber dem erstaunlich tiefen Anteil der Hochtouren. Die Gletscher waren ja im Sommer 2004 nicht ganz so ausgeapert wie im Jahr zuvor, und die Bedingungen für Hochtouren waren im Juni und Juli sicherlich perfekt.

Grafik Tourenarten Anteile

Touren nach Kantonen

Die Touren weisen einen klaren Schwerpunkt in der Südost- und Ostschweiz auf: 37% aller Touren führten auf Gipfel in den Kantonen Graubünden und St. Gallen. Im Vergleich zur alpinistischen Bedeutung sind die Gipfel der Berner und Walliser Alpen bei den Touren massiv untervertreten. Die beiden Kantone weisen in etwa gleich viele Gipfel auf wie Graubünden und St. Gallen zusammen, erhalten aber nur rund 12% aller Touren. Der Grund für die Untervertretung muss in den Präferenzen oder Wohnlagen der Autoren liegen.

Kanton Bergtour Hochtour Klettertour Skitour Wanderung Total Anteil
AG 2 2
AI 17 16 13 46 5%
AR 1 1
BE 19 12 1 17 9 58 6%
BL 1 1
BS 2 2
FL 6 1 7 1%
FR 1 1 2 4
GL 51 8 5 37 15 116 12%
GR 84 28 7 84 41 244 25%
JU 1 1 2
LU 3 3
NW 2 4 6 12 1%
OW 6 2 1 9 1%
SG 29 5 33 53 120 12%
SO 6 6 1%
SZ 31 5 12 34 82 8%
TG 1 1
TI 19 3 31 53 5%
UR 8 3 7 27 7 52 5%
VD 3 11 14 1%
VS 17 20 2 14 6 59 6%
ZH 2 3 90 95 10%
Total 295 71 37 252 334 989

Grafik Touren nach Kantonen

Touren nach Monaten

Die Verteilung auf die Monate entspricht der Erwartung: Im Winter bis in den Frühling dominieren die Skitouren, während ab Juni die Berg- und Hochtouren dominieren. Die Wanderungen verteilen sich fast über das ganze Jahr. Die doch noch beachtliche Zahl von Wanderungen im November und Dezember zeugt vom späten Wintereinbruch.

Monat Bergtour Hochtour Klettertour Skitour Wanderung Total
Jan 1 36 37
Feb 2 71 8 81
Mär 54 2 56
Apr 1 1 51 18 71
Mai 6 1 16 50 73
Jun 29 9 7 2 29 76
Jul 66 29 6 2 69 172
Aug 81 26 2 55 164
Sep 56 4 10 33 103
Okt 41 7 26 74
Nov 9 24 33
Dez 5 1 3 20 20 49
Total 295 71 37 252 334 989

Grafik Touren nach Monaten

Tourenverhalten der aktiven Autoren

Die 14 aktiven Autoren mit mehr als 20 Touren im Jahr 2004 sind in den meisten Fällen an allen Spielarten des Bergsteigens interessiert. Nur drei von ihnen beschränken sich auf Wanderungen und Bergtouren. Die Autoren mit sehr hohen Tourenzahlen besteigen bei einer Tour oft mehrere Gipfel (es macht den Eindruck, dass das Gipfelbuch die Neigung zum Gipfelsammeln verstärkt).

Grafik Tourenverhalten der aktiven Autoren

Das Nachweisen und Öffentlichmachen einer Tour im Tourenbuch scheint den Autoren ein dringendes Anliegen zu sein; sie setzen sich, kaum von der Tour zurück, vor den PC und erfassen ihre Tour. Der Vergleich zwischen Tourendatum und Erfassungsdatum zeigt, dass mehr als 20% aller Touren noch am gleichen Tag, weitere 20% am Folgetag erfasst werden.

Tage Anzahl
0 209
1 193
2 78
3 42
5 28
4 26
6 22

Meistbesuchte Gipfel

Die drei meistbesuchten Gipfel sind häufig besuchte Wanderberge im Kanton Zürich - ein klares Indiz für die Herkunft der Autoren. Diese Wanderberge haben oft Hausberg-Charakter; ein Autor besucht seinen Hausberg mehrmals pro Jahr, zu allen Jahreszeiten und auf unterschiedlichen Wegen.

Gipfel Touren
Uetliberg 21
Bachtel 13
Schnebelhorn 11
Säntis 11
Mutteristock 10
Hörnli 9
Hüttchopf 8
Brüggler 8
Redertengrat 7
Kronberg 7

Fazit

Die Bergsteiger, welche das Gipfelverzeichnis als Tourenbuch benützen, sind mehrheitlich in der Region Zürich sowie in der Ostschweiz zuhause. Die aktiven Autoren sind vielfältig interessiert und wählen für ihre Touren vor allem Tourenziele in der Südost- und Ostschweiz. Dabei sind sie nicht auf die berühmten Gipfel fixiert, sondern besuchen auch weniger gefragte, manchmal einsame, manchmal rauhe Gipfel. Unter den aktivsten Autoren scheint ein virtueller Wettstreit stattzufinden; für sie erhält das Tourenbuch auch den Charakter eines Leistungsausweises.