Hinweis: Die Geografiedatenbank wird nicht mehr unterhalten.
Die Geografiedatenbank erfordert laufende Pflege und Aktualisierung, und dabei treffe ich immer wieder auf kleinere und grössere Wundersamkeiten und Herausforderungen, von denen ich hier in loser Reihenfolge berichte.
L.K. verweist mich auf eine Seite der Ostschweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung. Darin erfahre ich, dass das Seichbergloch in den Churfirsten nun bis in eine Tiefe von 559m (statt bisher 470m) erforscht ist. Auf der gleichen Seite finde ich auch einen Hinweis auf das Schneeloch beim Zwinglipass. Wie immer nehme ich die Koordinaten von Höhlen nur dann auf, wenn sie auch auf den Landeskarten vermerkt sind - das ist bei beiden nicht der Fall.
Gleich vier mir unbekannte Nidwaldner Kleinseilbahnen finde ich in einem Eintrag im Alpinforum:
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| Emmetten - Chalthütten | Emmetten - Eggeli |
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| Emmetten - Hammen | Brunni - Alp Gschwänd |
Auch wenn sie abenteuerlich aussehen: Alle vier Bahnen sind für öffentliche Transporte zugelassen!
Eine Biketour im Seetal führt uns an der Hammerschmiede
Seengen vorbei, die Markus Baumi fotografisch
dokumentiert hat. Gleich darauf passieren wir die Schlossmühle Hallwil mit ihrem grossen Wasserrad. In Reinach fahren
wir in der Ortsmitte über die alten Schienen der Wynen- und Suhrentalbahn
(WSB), die seit 2003 nicht mehr durch den Ortskern, sondern auf dem alten SBB-Trassee nach Menziken führt. In
Gontenschwil sehen wir eine alte Tabakfabrik, und auf dem Rückweg nach Lenzburg folgen wir dem Themenweg Industriekultur am
Aabach.
Dass der Aargau eine reiche und vielerorts gut erhaltene industrielle Vergangenheit hat, war mir nicht unbekannt. Neu ist mir, wie viele initiative Vereine und Private sich um die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturgüter kümmern. Und oft ist eine liebevolle Umnutzung der beste Beitrag zum Erhalt - exemplarisch etwa beim heute als Eventlokal genutzten Bergwerksilo Herznach.
Für die
Luzerner Gemeinde Wikon führt die Datenbank schon immer ein Kloster (Marienburg) und ein Schloss (Wikon). Nun erfahre ich,
dass es sich dabei um das gleiche Gebäude handelt, und darum gibt es
die Marienburg nun sowohl als Schloss als auch als Kloster. Das Schloss Marienburg hatte bereits eine lange Geschichte hinter sich, bevor es 1891 zum Kloster mit
angegliedertem Töchterinstitut wurde - gegründet übrigens von der Benediktiner-Schwester Gertrud Leupi, die auch das
Kloster Maria-Rickenbach einrichtete und auch in Amerika mehrere Kloster
gründete. Sie muss eine recht resolute und überzeugende Dame gewesen sein.
M. S. gibt mir wertvolle Hinweise zur Frage, ob Chestenberg und Cheistenberg tatsächlich zwei unterschiedliche Geländepunkte bezeichnen. Neben sprachlichen Verschiebungen (auf der Siegfriedkarte hiess er noch Kestenberg) und topologischen Fragen (bezeichnet ein Name nun den Berg als Fläche oder den Gipfel) scheinen mir vor allem die Prozessfragen rund um die amtliche Vermessung von Bedeutung; M. S. kommentiert diese wie folgt:
Die geografischen Namen sind grundsätzlich in der amtlichen Vermessung verwaltet und dort entstehen zum Teil die Probleme wegen der Übersichtlichkeit. Zudem werden die Namen z.T. redundanten auf verschiedenen Grundbuchplänen und zum Teil aus den Vermessungswerken von verschiedenen Gemeinden verwaltet (Bereinigungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, Koordination?)
Mehr von M. S. zur Problematik der geografischen Namen findet sich auf seinem lesenswerten Blog.
Viele Zuschriften fehlenden Angaben in der Geografiedatenbank haben mit der Schreibweise von Lokalnamen zu tun (siehe auch die Diskussion um den Leitfaden Toponymie). Nicht selten weisen die Landeskarten 1:50'000 und 1:25'000 unterschiedliche Schreibweisen auf:
| 1:25'000 | 1:50'000 |
|---|---|
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Mit der Digitalisierung der Kartenproduktion wird swisstopo die Unterschiede mit der Zeit sicher eliminieren. Bis dahin muss man beim Suchen in der Geografiedatenbank und im Gipfelverzeichnis manchmal etwas experimentieren und einen Begriff mit unterschiedlichen Schreibweisen eingeben.
Mehr und mehr entwickelt sich hikr.org zu einer wahren Geografie-Fundgrube. hikr.org ist eine Plattform für Bergsteiger, welche ihre Touren gerne auch schriftlich und fotografisch dokumentieren. So beschreibt Zaza die Goldminen von Gondo, während groebermann die Geologie des Gantrisch dokumentiert oder Ossi sich den Flughafen Zürich ansieht. Diese Liebe auch zu den kleinen und unspektakulären Touren, dieser ganzheitliche Umgang mit der Umgebung und das aufmerksame Beobachten machen die Berichte auf hikr.org zu einem wahren Lesevergnügen. Wärmstens empfohlen!
Ein
ganz besonderer Aussichtsturm steht auf dem Chestenberg: Ein Fernsehturm mit
einer Leiter, die man auf eigene Gefahr besteigen darf. Sputnik hat den
Turm bestiegen und fotografisch dokumentiert. Auf dem Turm selbst
dürfte eine gewisse aviatische Vorsicht angebracht sein, befindet man sich doch unmittelbar im Einzugsbereich des
Flugplatzes Birrfeld, und viele Segelanfänger machen ihre ersten Erfahrungen
in den Aufwinden des Chestenbergs.
Eine andere Frage ist, ob Chestenberg und Cheistenberg tatsächlich die zwei verschiedene Vermessungspunkte 645.1 und, 800m westlich davon, 647 bezeichnen, oder ob es sich einfach um zwei verschieden Schreibweisen für den gleichen Berg handelt. Einheimische und Experten, eure Kenntnisse sind gefragt!
Am 15. November habe ich noch vom neuen Tschuggen-Coaster in Arosa geschwärmt. In der Zwischenzeit musste die Coaster GmbH Konkurs anmelden. Die Anlage in Arosa geht jedoch jetzt nach ersten Anlaufschwierigkeiten in Betrieb.
D. F. teilt mit, dass es in Vich eine gedeckte
Fussgängerbrücke über die Serine gibt. Die 1992 erbaute Brücke folgt dem Sentiers des Toblerones. Mit Toblerones
sind die Beton-Panzersperren aus dem
Zweiten Weltkrieg gemeint. Der durchgehend markierte, etwa 15km lange Wanderweg folgt der Promenthouse-Befestigungsanlage.
Unter anderm kommt man dabei an der
Villa Rose vorbei,
einem als Villa getarnten Bunker. Die Sperren und Befestigungsanlagen sind heute
nicht nur von historischem Interesse; sie wurdem im Laufe der Jahrzehnte auch zu wertvollen ökologischen Nischen.
Verschiedene Vereine und Private pflegen und dokumentieren diese Anlagen, so C.
und Z. Hanzek oder H. R. Schneider. Obwohl ich keine besondere Affinität
zu Militaria habe, verweile ich gerne auf diesen aufwändig gemachten und oft akribisch geführten Seiten.
Dem Seilbahnprospekt des Urner Seilbahnenführers verdanke ich die Hinweise auf 13 Kleinbahnen, die nun im Seilbahnverzeichnis drin sind:
Viele dieser Bahnen sind einfache, offene Rahmenkonstruktionen. Sie führen oft zu kleinen Berglandwirtschaftsbetrieben. Sie dienen hauptsächlich dem Milchtransport und werden nur nebenbei touristisch genutzt. Die Bahnen sind zwar sehr sicher und werden vom Kanton Uri auch regelmässig geprüft, aber die offene Konstruktion verlangt schon nach schwindelfreien Passagieren. Sollte es trotzdem mal einem Passagier übel werden, so sind, dies ein strategischer Vorteil offener Kabinen, die damit verbundenen Reinigungsaufwände eher gering.
Noch am 10. November war ich der Meinung, dass es die "ideale" topografische Karte für Web- Sites, die hochauflösend, auf swisstopo-Material beruhend, referenzierbar und gratis ist, nach wie vor nicht gebe. In der Zwischenzeit habe ich (wie auch die Kolleginnen und Kollegen von skitouren.ch oder Wandersite, das MapPlus Angebot von Tydac kennen und schätzen gelernt. MapPlus kombiniert swisstopo-Karten mit dem Google Maps Interface und der Neapoljs Engine. Sowohl im Gipfelverzeichnis als auch in der Geografiedatenbank können nun MapPlus Karten direkt aufgerufen werden. Hoffen wir, dass Tydac dieses grossartige Angebot noch lange aufrechterhält!
Wie immer auf die Wintersaison hin haben verschiedene Skidestionationen in ihre Seilbahnnetze investiert:
Persönlich sind mir ja die alten und eher handgemachten Kleinseilbahnen lieber als die massentouristischen Anlagen, und glücklicherweise entdecke ich davon immer noch weitere - so etwa diejenige von Vitznau zur Wissifluh. Die Besonderheiten der Bahn dokumentiert die Homepage der Wissifluh:

Diese Luftseilbahn überwindet bei einer Länge von 930 m und ohne Zwischenstützen einen
Höhenunterschied von 448 m. Sie stellt zudem, als erste Anlage der Schweiz, eine Kombination zwischen Pendel- und
Umlaufbahn dar. Die beiden je vierplätzigen Kabinen sind dabei über bewegliche Kupplungen mit dem einzigen Seil – es
dient zugleich als Trag- und Zugseil – fest verbunden. Da sie in der Berg- bzw. Talstation nicht durchlaufen können,
stoppt jeweils der Antrieb. Nach dem Ein- oder Aussteigen setzen sich die Kabinen, nun in entgegengesetzter Richtung,
wieder in Bewegung. Dieses für derartige Anlagen einfache System hat sich bei der Luftseilbahn Wissifluh – sie steht
seit 1908 in Betrieb, vorerst mit Wasserballast, seit 24.Juli 1942 mit elektrischem Antrieb – bewährt. Inzwischen ist
sie mit einer vom 300 m von der Bergstation entfernten Gasthof aus bedienbaren Fernsteuerung ausgerüstet
worden.
Von M. S. erfahre ich, dass das Erdbeben-GIS auf einem öffentlichen und lizenzierbaren Geodatenviewer von Swisstopo beruht. Der Geodatenviewer kann auch direkt aufgerufen werden und erlaubt die Angabe von einigen Parametern, z.B. für die Koordinaten. Wer kennt weitere Parameter, etwa für die Wahl des Massstabs oder der Ebenen? Hinweise nehme ich gerne entgegen! Leider ist in der öffentlichen Version des Geodatenviewers die Kartengrösse auf 240'000 Pixel (600x400) beschränkt. Das Erdbeben-GIS erlaubt hingegen Kartengrössen bis 870x630 und ist damit für die grossflächige Übersicht weiterhin eine gute Wahl.
Zum Billet für diese Zahnradbahn gibt es gratis eine Übernachtung im Fünfsternhotel: Das
Tschuggen Grand Hotel in Arosa eröffnet eine Privatbahn zur
Tschuggenhütte. Beim "Tschuggen Coaster" handelt es sich um die erste modulare, auf Stützen montierte Zahnradbahn
der Coaster GmbH. Die Bahn überwindet auf 520m Länge eine Höhe von 150m
und ähnelt optisch einer Chilbi-Achterbahn. Und sie ist nun in der Liste der Zahnradbahnen drin.
Von F. AdM. erhalte ich den Hinweis auf den Erlebnisturm
im Sijentalwald bei Rotkreuz. Bei diesem Turm ist die Sicht nach innen gerade so wichtig wie die Sicht nach aussen: Er
wurde um eine 150 Jahre alte Eiche herum gebaut und erlaubt es, einen Baum von unten bis zur Krone hinauf zu besuchen.
Solche einzigartigen Objekte nehme ich natürlich gerne in die Liste der Aussichtstürme auf!
swissinfo hat Anfang Juli 2007 von der Schweizer Regierung einen neuen Leistungsauftrag erhalten. Dieser verlangt ein journalistisches Angebot. Dienstleistungen wie swissinfo-geo werden nicht länger finanziert. Damit verliert das Web das bisher beste Angebot an interaktiv nutzbaren topografischen Karten. Welche Alternativen gibt es, und wie gut sind sie im Vergleich zu swissinfo-geo?
Bisher war swissinfo-geo mein Favorit. Der
Kartenausschnitt ist zwar relativ klein, dafür sind die Karten von guter Qualität, und sie werden recht schnell
aufgebaut.
Bei Swissgeo sind die Karten zwar ähnlich gut wie bei swissinfo-geo, der Ausschnitt ist
jedoch noch kleiner, und das Angebot ist zudem klar kommerziell.
Bei der Erdbebenvorsorge des
UVEK findet sich das gleiche Swisstopo Kartenmaterial wie bei swissinfo-geo und SwissGeo. Man kann die Kartengrösse
selber festlegen. Die Antwortzeiten sind nicht berauschend. Leider kann man den Kartenausschnitt nicht über eine
Koordinatenangabe in der URL festlegen.
Neben den schweizweiten Angeboten unterhalten die meisten Kantone heute ausgefeilte geografische Informationssysteme. Stellvertretend dafür habe ich zwei herausgepickt:
Das GIS des Kantons Zürich bietet
Karten bis zum Massstab 1:5000 an, und das Kartenmaterial ist sehr aktuell. Da die Karten primär als Hintergrund für
thematische Karten verwendet werden, fehlt ihnen die Relieftönung. Sie wirken deshalb flach und altmodisch.
Im GIS des Kantons Graubünden kann man sich zwar
interessante Themen wie Spitex-Regionen oder Wildschutzgebiete einblenden lassen. Das Kartenmaterial jedoch liegt leider
nur in Schwarzweiss vor.
Die Herstellung topografischer Karten ist aufwändig und teuer. Populäre Kartenangebote setzen deshalb auf (flache) Pläne statt topografischer Karten, und sie reichern diese mit Luft- und Satellitenbildern an:
Im
urbanen Bereich sicherlich ungeschlagen ist map.search.ch. Man kann sich entweder
Karten (Pläne) oder Luftbilder anzeigen lassen; topografische Karten jedoch sind keine vorhanden.
Google Maps ist zwar die im Moment populärste Kartenanwendung
im Web, aber die Qualität der Karten (Pläne) ist klar unterdurchschnittlich, und im Gelände möchte man sich damit wohl
nicht bewegen. Positiv hingegen ist, dass Google Maps sich hervorragend in eigene Web-Anwendungen einbinden lässt.
Fazit: Das Erdbeben-GIS des UVEK ist im Moment nicht die einzige, aber die qualitativ beste topografische Karte. Leider lässt sie sich nur schlecht in andere geografische Anwendungen integrieren. Die "ideale" topografische Karte für Web-Sites, die hochauflösend, auf swisstopo-Material beruhend, referenzierbar und gratis ist, gibt es nach wie vor nicht.
Am Mont Vully treffen wir auf
eine Höhle der ganz besonderen Art: 1916/17 baute die Armee im Rahmen der Fortifikation Murten die
Maschinengewehrstellung "La Lamberta" im Molassefelskopf des Mont Vully. Die Höhlen und Gänge wurden ohne Sprengungen
nach dem Prinzip der Hinterhangstellung ("Nicht weiter sehen, als die Waffe wirken kann") gegraben. Aus den Stellungen
konnten die 8 Maschinengewehre Modell 11 den Raum Môtier-Lugnorre vollständig abdecken. Heute sind die Gräben und
Mannschaftshöhlen frei zugänglich (Taschenlampe lohnt sich) und werden von den Kindern der Umgebung gerne als
Abenteuerspielplatz benutzt. Und neu ist die Lamberta-Höhle auch in der
Geografiedatenbank drin.
Ein Wanderwochenende
in Gstaad bringt mich zum ersten Mal (sic!) in die Waadtländer Alpen. Von Rougemont steige ich über Les Planards und
Ruble zur Videmanette auf, eine Tour, die ich niemandem zur Nachahmung empfehle, denn sie führt der Baustelle für eine
neue, auf der ganzen Länge künstlich beschneibaren Piste entlang. Ich bin einmal mehr erstaunt,
mit welchem verzweifelten Mut tief gelegene Skidestinationen gegen den Schneemangel investieren.
Immerhin sehe ich dabei neben der Sesselbahn Rubloz - Les Gouilles auch die kleine Pendelbahn von Les Gouilles zur Bergstation La Videmanette. Und bei der Abfahrt mit der etwas arg in die Jahre gekommenen Gondelbahn nach Rougemont sehe ich das Schloss Rougemont mit seinem kleinen Park.
Auf meiner Tour auf den Pizzo Sascòla überquere ich bei Linescio die Rovana auf einer alten
Steinbrücke und staune nicht schlecht über den Tiefblick in die Schlucht. Sie
beginnt zwischen Collinasca und Linescio und zieht über eine Länge von ca. 3km hinunter bis zum Weiler Rovana bei Cevio.
Leider war es zum Fotografieren noch zu dunkel, aber die Schlucht ist nun erfasst.
Eher zufällig stolpere ich über Informationen zu einer Seilbahn im Vergeletto: Von Zòtt (manchmal auch als "Zött" geschrieben), wenig westlich von Vergeletto, führt eine kleine Pendelbahn zur Alpe Saléi und zur Saléihütte. Die kleine Bahn macht sonst abgelegene Tourenziele wie Munzelüm und Pilone zu einfachen Wanderungen.
O. R. weist mich darauf hin, dass Appenzell Innerrhoden sechs Bezirke hat, nämlich Appenzell, Schwende, Rütte, Schlatt-Haslen, Gonten und Oberegg. Da hat O. R. recht - und ich ein Problem, denn meine eben doch recht einfache Datenbank kann mit Bezirken ohne Gemeinden nicht umgehen. Ich führe deshalb die sechs Bezirke wie Gemeinden und hoffe, dass mir die Innerrhödler diesen kleinen Kniff verzeihen.
Was lange währt, wird endlich gut: Die teilweise heftig geführte Diskussion rund um den Leitfaden Toponymie haben ein vorläufiges Ende gefunden. Swisstopo hat die kantonalen Vermessungsaufsichten aufgefordert, weiterhin die Weisungen 1948 und damit eine weitgehend schriftsprachliche Schreibweise anzuwenden. Und mir bleiben damit hoffentlich noch lange tausende von Mutationen erspart.
Gleich drei neue Seilbahn-Einträge verdanke ich der interessanten Grimselwelt-Site:
Die drei Pendelbahnen sind, ebenso wie die Standseilbahn zum Gelmersee,
ursprünglich Werksbahnen der Kraftwerke Oberhasli. Die KWO, welche im
gletscherreichen Quellgebiet der Aare Stauseen, Elektrizitätswerke und Hochspannungsleitungen betreiben, bemühen sich
mit ihrem Seilbahn-Engagement nicht zuletzt um ein positives Image bei Bergsteigern und Naturfreunden. Denn die KWO gerät
mit ihren ehrgeizigen Plänen, etwa der Vergrösserung des Grimsel-Stausees,
immer wieder in die Kritik von Naturschützern und Umweltverbänden.
Und die KWO bringen auch mich in die Zwickmühle, denn einerseits mag ich ihre spektakulären und etwas abenteuerlichen Kleinbahnen, andererseits graut mir vor den Folgen sowohl der massentouristischen Erschliessung des Alpenraums als auch der ehrgeizigen Produktionspläne der KWO.
Wofür hat man Verwandte: Im strömenden Regen findet P. K. ob Krummenau das
Häxebrüggli, eine gedeckte Holzbrücke für Fussgänger. Sie überquert etwa
250m südwestlich des Restaurants Sternen Bendel den Bendelbach.
Anfangs 2006 war das Schicksal der Badbrücke bei Wolhusen noch unklar. Jetzt steht fest, dass sie durch eine neue gedeckte Holzbrücke für Lasten bis 10t ersetzt wird.
Und wie man sieht, sind die Randnotizen nun teilweise mit Bildern illustriert. Mehr und mehr Internet-Benützer verfügen über schnelle DSL- oder Kabel-Verbindungen, und deshalb leiste ich es mir nun, die Leserfreundlichkeit höher zu gewichten als die Optimierung der Ladezeit der Seiten.
S. W., die Kuratorin der Museen Maur, weist mich auf die Mühle und Sagi Maur hin,
die nun natürlich im Mühlenverzeichnis erfasst ist. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch
gleich die Burg Maur, heute ein Museum, aufgenommen.
P. H. empfiehlt, den Pass zwischen Röschenz und Metzerlen Challpass zu nennen und den bisherigen Namen Challhöchi für den Pass zwischen Eptingen und Hauenstein zu verwenden.
Bei meiner Tour von Morschach durch die Chälen auf den Fronalpstock sehe ich, dass die Pendelbahn Stoos - Fronalpstock nicht bis auf den Gipfel führt, sondern kurz darunter, auf etwa 1895m, endet. Eher bedenklich stimmen mich die Bauarbeiten für eine neue Sechser-Sesselbahn zum Chlingenstock. Die neue Bahn wird pro Stunde 2000 statt 200 Skifahrer auf den Chlingenstock bringen. Der Mehrverkehr auf den Pisten macht den Bau eines Pistentunnels bei Tritt notwendig. Bei der Talstation soll zudem ein künstlicher See als Wasserspeicher für die Beschneiungsanlagen entstehen. In Anbetracht der UNO Klimaberichte werde ich persönlich sicher keine Aktien der Sportbahnen Schwyz-Stoos-Fronalpstock AG zeichnen.
Unsere Velotour von Kreuzlingen über Stein am Rhein und Rheinfall nach Eglisau bringt uns grossartige landschaftliche Eindrücke, einen hübschen Muskelkater von den vielen Wurzelwegen sowie einige Korrekturen und Ergänzungen zur Geografiedatenbank:
In Steckborn sehen wir den Turmhof, ursprünglich ein Sommersitz der Aebte,
jetzt Heimatmuseum und Kulturzentrum.Und ein Tipp für alle, die der Federgabel und den Bremsen ihres Velos voll vertrauen: Von Dachsen her stets am orografisch rechten Ufer des Rheins direkt dem Uferweg entlang. Rheinau auslassend weiter nach Ellikon am Rhein, mit der Fähre aufs linke Ufer hinüber und weiter, immer auf schmalen Wegen so dicht wie möglich dem Ufer entlang, nach Eglisau. Ein Genuss.
Kartografische Dienste und Geoinformationssysteme werden auf dem Internet zunehmend populär, und es liegt auf der Hand, die Geografiedatenbank mit diesen Diensten zu verknüpfen. Sehr einfach ist die Verknüpfung mit Diensten, bei welchen die gewünschte Koordinate in der URL mitgegeben werden kann. Bei map.search.ch beispielsweise ist für den Direktaufruf von Bern die folgende HTML Anweisung notwendig:
<a href="http://map.search.ch/600000,200000">Bern</a>
Etwas komplexer ist die Syntax für das GIS von SwissInfo, aber dafür erlaubt der Dienst auch die Angabe eines Zoom-Faktors. Wiederum für Bern lautet der Aufruf:
<a href="http://gis.swissinfo.org/swissinfo-geo/neapoljs_GERMAN.htm? Resolution=small&KOORDX=600000&KOORDY=200000& ZOOM=1.3">Bern</a>
Beide Dienste sind jedoch eigenständige "externe" Anwendungen. Spannender ist in dieser Hinsicht Google Maps. Google stellt seinen Kartendienst auch als API zur Verfügung. Mit wenigen Zeilen HTML und JavaScript kann so jeder Website Betreiber Karten aus Google Maps in seine Seiten einbinden - vorausgesetzt, er kennt die Längen- und Breiten- Angaben im WGS84-Format. Für die Umrechnung der Schweizer Landeskoordinaten in WGS84-Koordinaten verwende ich die Formeln der Landestopografie. Übersetzt in VBScript geht die Umrechnung wie folgt:
Const cWO = 720 Const cSN = 230 Dim iWO, iSN, iL, iB iWO = (((cWO + 0.5) * 1000) - 600000) / 1000000 iSN = (((cSN + 0.5) * 1000) - 200000) / 1000000 iL = 2.6779094 + (4.728982 * iWO) + (0.791484 * iWO * iSN) + _ (0.1306 * iWO * (iSN^2)) - (0.0436 * (iWO^3)) iL = iL * 100 / 36 iB = 16.9023892 + (3.238272 * iSN) - (0.270978 * (iWO^2)) - _ (0.002528 * (iSN^2)) - (0.0447 * (iWO^2) * iSN) - (0.0140 * (iSN^3)) iB = iB * 100 / 36
Dieses Code Fragment gibt für die Kilometerkoordinaten 720/230 die WGS84-Koordinaten 9.02944162695799 (Länge) und 47.2144424517331 (Breite) zurück. Der Einfachheit halber nehme ich den Mittelpunkt des Quadratkilometers, also 720.500/230.500, als Ziel an. Mit diesen Koordinaten kann ich nun Google Maps direkt aufrufen:
<script type="text/javascript">
var map = new GMap2(document.getElementById("map"));
map.setCenter(new GLatLng(47.2144424517331, 9.02944162695799), 15);
</script>
In der Detailkarte zu jedem Objekt in der Geografiedatenbank steht neu der Befehl "Google Maps" zur Verfügung. Betrachtet man etwa
die Details zum Schloss Kyburg, kann man mit dem Befehl "Google Maps" direkt die
Google Karte aufrufen. Das Kartenmaterial von Google ist (vorläufig?) für die
alpinen Regionen noch wenig geeignet. Deshalb stehen unterhalb der Google Maps Karte auch die oben beschriebenen externen Links
zu search.ch und zu SwissInfo zur Verfügung.
Nun hat auch der Kanton Zug seinen ersten Wasserfall: Auf unserer Velotour über den Gottschalkenberg nehmen wir eine
kleine Waldstrasse, die uns eine rassige Abfahrt über Sparen nach Finstersee erlaubt. Kurz vor Finstersee, südlich der
Strafanstalt Bostadel, überqueren wir den Mülibach und sehen ein Schild, das uns auf einem kurzen Fussweg zum Mülibachfall führt.
Beim Nachforschen stosse ich schliesslich auf die Fotosammlung von Karl Baer mit beeindruckenden Fotos der Landschaften um Menzingen und Finstersee. Und besonders freut mich, dass er dem kleinen Wasserfall im Mülibach eine eigene Seite widmet.
Ein anonymer Besucher weist mich auf einen peinlichen Fehler in der Liste der geschichtlichen Ereignisse hin: Mit der Fristenlösung 2002 wurde die Abtreibung nicht für die ersten 12 Monate, sondern für die ersten 12 Wochen straffrei. Einverstanden: Bei mir dauert zwar vieles ein bisschen länger, aber 12 Monate sind doch etwas lang für eine Schwangerschaft.
Das Geografiespiel wird offensichtlich auch da und dort im Schulbetrieb eingesetzt. Lehrer D.G. fragt, ob es eine Download-Version des Spiels gibt, da es in seiner Schule noch keinen Internet-Anschluss hat. Leider nein - das Spiel setzt zumindest einen Microsoft Web Server voraus. Und Lehrer C.V. informiert mich, dass seine Neuntklässler im Spiel hohe Punktezahlen erreichen, weil sie im Hintergrund die Karte von search.ch offen halten. Er schlägt vor, die Punktezahl als Quotient aus Genauigkeit und Zeit zu berechnen. Die Idee ist gut, aber ich erhalte auch Zuschriften von Spielern, die eher langsame Internet-Anschlüsse oder PCs benützen; für sie sind schon 180 Sekunden sehr knapp.
Dass viele Spieler analoge, digitale oder Web-basierte Karten beiziehen, liegt auf der Hand und ist nicht zu vermeiden. Die besten Spieler tragen deshalb oft auch ihre Zeit in die Bestenliste ein; mit einer Zeit von 50-80 Sekunden demonstrieren sie, dass sie keine Hilfsmittel benutzt haben. Statt die Spiellogik zu ändern, habe ich deshalb die Berechnung der Bestenliste angepasst. Neben der Punktezahl wird nun auch die Spieldauer in Sekunden und die relative Stärke (Quotient aus Punkte und Dauer, entspricht der Anzahl Punkte pro Sekunde) ausgewiesen. Das untenstehende Beispiel zeigt, dass Simu RT punktemässig zwar hinter EG36 und FG68 liegt, er aber trotzdem etwa doppelt so stark gespielt hat wie die vor ihm Liegenden. Zudem zeigt es, dass graempel und FG68 trotz unterschiedlicher Punktezahlen in der gleichen Stärkeklasse spielen.
| Datum | Spiel | Punkte | Dauer | Rel. Stärke | Name | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 8.2.2007 | 1027624 | 976 | 136 | 7 | EG36 | |
| 12.2.2007 | 1031228 | 972 | 164 | 6 | FG68 | |
| 15.2.2007 | 1034282 | 954 | 80 | 12 | Simu RT | vögelifängerjeger |
| 17.2.2007 | 1036605 | 952 | 159 | 6 | graempel |
Die Bestenliste orientiert sich also weiterhin an der Punktezahl, aber die relative Stärke erlaubt als "Stilnote" eine qualitative Bewertung der Resultate. Auch die ewige Bestenliste wird in Zukunft die Spieldauer ausweisen.
Die Geografiedatenbank ist zwar noch eine klassische Web 1.0 Anwendung, bei der die Besucher nicht eingreifen, korrigieren und beitragen können. Trotzdem sind es auch hier immer wieder engagierte Besucher, welche mir Hinweise auf Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten geben:
Solche Korrekturhinweise sind wichtig, denn die Geografiedatenbank wird im Web immer wieder als Referenz verwendet. Eine Google-Suche nach "Tunnel Ramosch" beispielsweise zeigt, dass das Tunnelverzeichnis unbesehen in verschiedene Wikis übernommen worden ist.
Zwei etwas eigenartige Seilbahnen habe ich neu aufgenommen:
Zum einen die Standseilbahn Skymetro, welche vom Flughafen Zürich zum Dock E (Midfield) führt - die vermutlich flachste Seilbahn der Schweiz.
Zum andern die Sesselbahn der Einsiedler Skischanzen, die tatsächlich öffentlich ist; zum Preis von 6 Franken kann man damit zum Startgelände fahren. Für zusätzliche 4 Franken kann man auch noch den Lift im 40m hohen Turm der grossen Schanze benützen.
Auch in diesem Winter haben mehrere Skigebiete alte Schlepplifte durch Sesselbahnen ersetzt. Sie erreichen damit einerseits eine höhere Kapazität (es handelt sich zumeist um Sechser-Sessel) und werden andererseits attraktiver für Gäste, die Schlepplifte nicht mögen, also vor allem Snowboarder und Kinder. Zudem können die Sesselbahnen auch im Sommer genutzt werden, was in Anbetracht der zunehmend prekären Schneeverhältnisse im Winter eine hoffentlich weise Investition in die touristische Zukunft ist. Die folgenden Sesselbahnen sind neu in der Datenbank drin:
In Zermatt schliesslich wurden die Skigebiete Matterhorn und Gornergrat mit einer Gondelbahn von Furi nach Riffelberg verbunden.
Beim Recherchieren stosse ich zudem auf die alte Werksbahn Sedrun - Tgom der Kraftwerke Vorderrhein AG. Sie steht Wanderern und Schneeschuhgängern auf Anmeldung zur Verfügung.
Ich aktualisiere zur Zeit die Liste der Wasserfälle aufgrund der Angaben, die Christian Schwick und Florian Spichtig (zusammen "Die Geographen") zusammengestellt haben. Ihre Datenbank weist 228 Wasserfälle aus. So umfangreich wird meine Liste nicht werden, da ich Kaskaden (aus mehreren Steilstufen bestehende Wasserfälle) im Allgemeinen nur einmal aufnehme.
Was Schwick und Spichtig nicht preisgeben, ist ihre Definition des Phänomens Wasserfall. Die Wikipedia-Definition formuliert einen Satz an Merkmalen, die zusammen einen Laufabschnitt eines Fliessgewässers zum Wasserfall machen:
Eine weitere und selbstverständliche Bedingung ist, dass ein Wasserfall ein natürlicher Laufabschnitt sein muss. Meterhohe Bachverbauungen, wie man sie in den Alpen oft antrifft (etwa am Biltner Bach, zwischen Bilten und dem Planggenstock), kommen deshalb nicht auf die Liste, obwohl sie alle obigen Bedingungen erfüllen.
K. M. schreibt mir, dass er das östlich des Weissmies gelegene Dossenhorn in der Datenbank nicht findet. Es ist drin, aber in der Schreibweise Tossenhorn. Da sowohl die Landeskarte als auch Siegenthaler/Vögeli (im "Verzeichnis der Schweizer Gipfel über 2000m") die Schreibweise mit dem T verwenden, belasse ich den Namen in der Datenbank auch so. Anders sieht es aus beim südlich der Engelhörner gelegenen Tossen, nach welchem die Dossenhütte benannt ist. Die Landeskarte schreibt ihn mit einem D, und auch der Name der Hütte beweist, dass hier die Schreibweise mit D geläufiger ist als diejenige mit T. Abweichend von Siegenthaler/Vögeli habe ich deshalb die Schreibweise dieses Tossen und seines östlichen Vorgipfel, des Schwarze Tossen, auf Dossen und Schwarze Dossen korrigiert. Der Flurname geht in beiden Schreibweisen vermutlich auf "Dos" (Rücken) zurück.
Die Lage einer Höhle führe ich aus Sicherheitsgründen nur auf, wenn sie touristisch erschlossen oder auf der Landeskarte eingezeichnet ist.
Aus traurigem Anlass kommt nun ein dritter Grund dazu: Wenn eine Höhle in den Medien bekannt gemacht wurde. Bei der
Erforschung der Grotta Bossi kam vom 29. auf den 30. Oktober ein
italienischer Höhlentaucher ums Leben (mehr dazu beispielsweise beim Corriere della Sera). Von den
besonderen Gefahren des Höhlentauchens habe ich bereits im Zusammenhang mit der Rinquelle erfahren. Eindrücklich berichtet u.a. Cristina Freghieri über das Tauchen in der Grotta Bossi.
Die Grotta Bossi ist die erste Sottoceneri-Höhle in der Datenbank. Dass es in der Gegend des Monte Generoso Höhlen hat, erstaunt nicht: Er ist, wie die Denti della Vecchia etwas weiter nördlich, ein Kalkgipfel, und der Kalk unterliegt mehr als andere Gesteine der Verkarstung.
Eine Spritztour ins Engadin führt uns seit langem wieder einmal über den Julier. Kurz nach Tiefencastel spannt sich
eine schöne Holzbrücke über die Julierpassstrasse - die Cumpognabrücke. Sie
wurde 1999 erbaut; die Fahrbahnplatte ist aus Fichtenholz, während die fünf Bogenträger aus Lärchenholz sind.
Und beim Recherchieren erfahre ich zufällig, dass in diesem Sommer um die Ruine Belfort herum ein neuer Wanderweg angelegt wurde. Unter anderem wurde dazu ein etwa 15m breiter Holzsteg über ein Tobel gespannt.
Beim Haab-Inseli blieb eigentlich nur noch eine Frage offen: Warum Haab, wo es doch in der Gegend der Halbinsel Au keinen solchen Flurnamen gibt? S.R. von der Historischen Gesellschaft Wädenswil informiert mich, dass "Haab" ein alter Ausdruck für Hafen sei, und es sei davon auszugehen, dass in der Au auch einmal ein Hafen existiert hat. D.W. schliesslich bestätigt, dass der Hafen in Stäfa "Oetiker Haab" heisst. Es erstaunt vor diesem Hintergrund kaum, dass "Haab" in Wädenswil auch als Nachname recht verbreitet ist; der berühmteste Haab war wohl Robert Haab (1865-1939) - Politiker, Generaldirektor der SBB und schliesslich Bundesrat.
Auf dem Weg von der Belalp zum Sparrhorn kommt man, nahe beim Punkt 2343, am Tyndalldenkmal vorbei, und der Name hinter dem Denkmal ist durchaus denkwürdig. John Tyndall (1820-1893) war ein irischer Naturwissenschafter, der sich mit vielen unterschiedlichen Fragen befasste, etwa mit der Lichtstreuung in der Atmosphäre (Tyndall-Effekt) oder mit Gletscherbewegungen und den physikalischen Ursachen für die Eiszeiten. Im Rahmen seiner Gletscherforschung bereiste er den Alpenraum und wurde dort auch zum leidenschaftlichen Bergsteiger. 1861 gelingt ihm die Erstbesteigung des Weisshorns, und 1862 erreicht er beinahe die Spitze des Matterhorns (dieser südwestliche Vorgipfel wurde später ihm zu Ehren Pic Tyndall genannt). 1877 schliesslich baute er oberhalb der Belalp ein Haus und verbrachte darin mehrere Sommer.
Vom Tyndalldenkmal aus die Riederfurka mit der Villa Cassel, dem Sitz des heutigen Pro Natura Zentrums Aletsch. Sie ist nach Ernest Cassel (1852-1921) benannt, einem aus Köln stammenden englischen Bankier. Er war erfolgreich und reich, züchtete Pferde, finanzierte Bewässerungsprojekte in Ägypten und sammelte Kunst. Seine vom Stress angeschlagene Gesundheit verlangte jedoch Ruhe und frische Luft, und da sein Arzt ein grosser Freund des Aletschgebietes war, fuhr Cassel auf dessen Empfehlung hin auf die Riederfurka zur Kur. Die Gemeinden Ried und Betten, die mehrfach von seinen Besuchen und von seinen grosszügigen Spenden profitiert hatten, schenkten ihm schliesslich ein Stück Alpboden auf der Riederfurka, wo Cassel ab 1899 seine Villa erbauen liess. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg war die Villa Cassel ein recht mondäner Treffpunkt; selbst Winston Churchill kam mehrmals zu Besuch. Nach dem ersten Weltkrieg kam Cassel nie mehr in die Schweiz zurück. Nach seinem Tod verkaufte seine Enkelin die Villa 1924 an die Familie Cathrein, welche das Haus bis 1969 mit wechselndem Erfolg als Hotel betrieb. Schliesslich kaufte der Schweizer Bund für Naturschutz, heute Pro Natura, die Villa und eröffnete 1976 das Naturschutzzentrum Aletschwald.
Über Tyndall schreibt Brig Belalp Tourismus: "Und er stritt sich jeden Sommer mit Cassel über die Frage, wo es im
Aletschgebiet schöner sei."
[1] Da Cassel aber erst 1895 erstmals auf die
Riederfurka kam und Tyndall bereits 1893 starb, dürfte diese eigentlich hübsche Geschichte leider in die Welt der
Legenden gehören.
Ein verlängertes Wochenende im Wallis erlaubt es, einige Unschärfen und Fehler in der Datenbank zu korrigieren und einige neue Objekte in die Datenbank aufzunehmen:
Die Luftseilbahn Fiesch - Fiescheralp müsste eigentlich zweimal in der Datenbank erscheinen, schliesslich werden hier zwei technisch unabhängige Pendelbahnen parallel geführt. Die ältere Bahn hat Kabinen für 36 Personen, die neuere Bahn hat solche für 100 Personen. Da sich die beiden Bahnen im Datenbankeintrag jedoch nicht voneinander unterscheiden würden, bleibt es bei einem Eintrag.
Die Oberaletschhütte liegt, an den Übernachtungszahlen gemessen, bisher im Mittelfeld aller Hütten. Sie dürfte sich
jedoch in Zukunft deutlich nach vorne bewegen. Im Sommer 2005 wurde nämlich der neue Panoramaweg durch die Südwestflanke der Fusshörner eröffnet. Wir
haben den Weg vom Sparrhorn aus gesehen: Er ist nicht nur viel sicherer als die alte Route über den Gletscher, sondern
auch sehr spektakulär in die Felswand gelegt.
Ich gebe es zu: Jedesmal, wenn ich mit der Rhätischen Bahn fahre, klaue ich die aktuelle Ausgabe der immer
lesenswerten Terra Grischuna. Die Ausgabe vom August 2006 befasst sich mit
Gärten und portraitiert darin den Gletschergarten von
Cavaglia im Puschlav. Die Associazione Giardino dei ghiacciai di Cavaglia hat in mehrjähriger Arbeit die
Gletschermühlen zugänglich gemacht, und der Gletschergarten ist darum nun in der Liste der Ausflugsziele drin.
Die Rhätische Bahn führte mich nach Arosa, wo meine Wanderung auf den Sandhubel begann. Dem Alteinbach entlang sehe ich, dass der Alteiner Wasserfall effektiv aus zwei Fällen besteht: Einem unteren, kleineren, und einem oberen, grösseren. Vom Wanderweg Arosa - Alteinsee ist es jeweils nur ein kurzes Stücklein Weg bis zu den beiden gut markierten Fällen. Einen dritten imposanten Wasserfall sehe ich nach der ersten Geländeterasse, auf etwa 2200m. Die Berge links und rechts des Welschtobel sind übrigens bergbauhistorisch bedeutend: Südlich des Guggernellgrats wurde am Bliberg Blei abgebaut, und am Erzhorn wurde in der St. Margaretha-Mine Eisen abgebaut.
Die Antwort auf meine Frage nach der Insel bei der Halbinsel Au erhalte ich direkt vom GIS-Zentrum des Kantons Zürich: Es handelt sich um eine künstliche Insel, die es erst seit ein paar Jahrzehnten gibt. Sie ist offensichtlich nirgens kartiert, ist aber auf dem GIS-Browser ersichtlich, wenn man das Thema "Orhthophotos (Swissimage)" wählt. Die Schüler und Lehrer, welche dort baden, sagen einfach "Inseli in der Haab". Und als Haab-Inseli ist sie jetzt auch in der Liste der Inseln drin.
Es ist Badewetter; wir fahren mit dem Velo von Wädenswil in Richtung Horgen, zum Naglikerwiesli nördlich der Halbinsel Au. Mehr aus Neugier folgen wir dem Strässchen zum Pumpwerk Vorder Au, wo sich auch ein kleiner Hafen befindet - und sehen in etwa 25m Distanz zum Ufer eine kleine Insel, vielleicht 20qm gross, mit einer Pappel und einigen Gebüschen bewachsen. Das sonst äusserst präzise GIS des Kantons Zürich zeigt die Insel nicht einmal auf der Karte 1:5000 an. Ich schätze die Koordinate auf ungefähr 691900/233700. Wer mir den Namen dieser Insel mitteilt (nein, es ist nicht der Stierenstein, diese Untiefe befindet sich einige hundert Meter südöstlich der gesuchten Insel), kann sich einen namentliche Erwähnung in den Randnotizen verdienen!
Jan Nouza meldet mir noch einen weiteren neuen Aussichtsturm, spektakulär gebaut und gelegen: Der
Mauersegler,
eine Plattform, die bei Conn einen atemberaubenden Tiefblick in die Rheinschlucht erlaubt, ist nun in der Liste der
Aussichtstürme drin.
G. Z. aus Luzern informiert mich, dass die Bezirke im Kanton Luzern keine Hauptorte haben. Genau genommen sprechen die Luzerner auch nicht von Bezirken, sondern von ihren fünf Ämtern. Parallel dazu kennt Luzern sechs Gerichtsbezirke mit Gerichtshauptorten. Das Amt Luzern hat zwei Gerichtsbezirke (Luzern Stadt und Luzern Land), die übrigen Gerichtsbezirke entsprechen den Ämtern. In der Datenbank habe ich deshalb die Hauptorte der Luzerner Ämter entfernt.
Jan Nouza aus Tschechien hat seinen Sabbatical in Zürich verbracht und dabei auch seinem Hobby, dem Fotografieren und
Besteigen von Aussichtstürmen, gefrönt. Er hat weltweit bereits über 600 Türme bestiegen und bereits zwei Bücher darüber
geschrieben. Seine Fotos einiger
Aussichtstürme in der Schweiz zeigen die ganze Vielfalt der Turmbautechnik. Und sie weisen mich auf zwei neue Türme hin,
die ich nun in der Datenbank aufgenommen habe: Der
Oerlikerturm
(peinlich - ich arbeite in nächster Nähe) und der Hofbergturm in Wil (SG),
der übermorgen am 8. Juli eingeweiht wird. Es freut mich, dass auch heute noch neue Aussichtstürme gebaut werden, und
noch mehr freut es mich, wenn Menschen wie Jan Nouza sie mit Akribie sammeln und dokumentieren.
Am 27. Mai hat die Vereinigung Schweizer Mühlenfreunde den ersten Schweizer Mühlentag durchgeführt und ein spannendes Inventar der historischen Mühlen veröffentlicht. Die VSM fasst den Begriff der Mühle recht weit; neben Getreidemühlen gehören auch Sägereien und Ölpressen dazu. Das gemeinsame Merkmal scheint vor allem der Antrieb mittels Wasserkraft zu sein. Die Geografiedatenbank enthält deshalb nun auch ein Verzeichnis der Mühlen; die ersten 20 Mühlen sind bereits drin.
Auf jeder Zug- oder Autofahrt in Richtung Sargans schaue ich bei Mühlehorn zum Seerenbachfall hinüber. Und seit
einiger Zeit wusste ich auch, dass er nicht nur ein sehr mächtiger Wasserfall ist (mit 600 Metern in drei Stufen sogar
einer der grössten in Europa), sondern dass auch die Rinquelle, ein Karsthöhlenausgang, in die unterste Stufe des
Seerenbachfalls mündet. Wie imposant aber diese Rinquelle ist, und dass sich dahinter eine der faszinierendsten Höhlen
befindet, erfuhr ich erst aus Christian Steiners spannendem Bericht zum Tauchen in den Churfirsten.
Dass Höhlentaucher zuerst einen Berghang hinaufsteigen und dann in einer offenen Kistenseilbahn eine Schlucht
überqueren, bevor sie in den Berg hineintauchen, dürfte eine wohl seltene und durchaus spektakuläre Art der
Höhlenforschung sein. Die Rinquelle ist nun einerseits als eigenständiger Wasserfall und andererseits als Höhle
in der Datenbank drin.
In den Osterferien beeindruckt das Maggiatal mit einer Fülle von Wasserfällen, die man im Hochsommer nicht mehr sieht.
Einige davon lassen sich bequem besuchen, so etwa der Wasserfall von Giumaglio, der nur laufen dürfte, wenn der
Vasasca-Stausee übervoll ist. Er mündet in ein schönes Badebecken direkt am Dorfrand. Auch Bignasco hat einen leicht
erreichbaren Wasserfall direkt hinter dem Freibad. In Maggia selbst endet der Bach, der aus dem Valle del Salto kommt, in
einem schönen Wasserfall. Und noch ein Hinweis für Seilbahnfreunde: Die Sessel der Sesselbahn Cardada - Cimetta sind
seitwärs montiert!
Einmal mehr treffe ich auf den Namen Johann Rudolf Meyer, der mir letztes Jahr schon als Kartograf und als Erbauer eines Stollensystems in Aarau begegnet ist: Pioniere, die Schriftenreihe des Vereins für wirtschaftshistorische Studien, berichtet im neuen Band 82 über die Linthingenieure im 19. Jahrhundert und portraitiert Jean Samuel Guisan (1740-1801), der 1799 ein Projekt zur Umleitung der Linth in den Walensee präsentierte. Diese Arbeit wiederum, so Pioniere Nr. 82, beruhte auf Vorarbeiten Dritter, unter anderm eben von Johann Rudolf Meyer, unserem Lieblings-Seidenbandfabrikanten. Ein Tausendsassa.
Die Ausgabe 2/2006 von via, der Kundenzeitschrift der SBB, ist eine dicke Sondernummer zum Thema 100 Jahre Postauto. Sie berichtet unter anderm von der Einführung des Posthorn-Dreiklangs cis-a-e 1924, und sie erinnert daran, dass bis 1953 das Postauto sich auf Bergstrecken nicht an den Rechtsverkehr halten musste, sondern immer auf der sicheren Bergseite der Strasse fuhr. Eine lesenswerte Lektüre zu einem Thema, das für manche Schweizer ähnlich heilig ist wie weiland die Swissair.
In den Skiferien in Flims kann ich endlich die bisher verwirrende Seilbahnlandschaft der Alpenarena aufnehmen. Neben der Gondelbahn, die in drei Sektionen von Flims nach Nagens führt, der Grauberg-Pendelbahn und den zwei Gondelbahnen ab Falera-Fuorcla ist nun auch die neue Sechser-Sesselbahn von Scansinas auf die Mutta Rodunda in der Datenbank dokumentiert. Diese Doppelmayr-Sesselbahn ist in der Schweiz die erste mit beheizten Sitzen. Wer sich schon mal auf dem alten La Siala Dreiersessel von der Bise hat tiefgefrieren lassen, weiss das zu schätzen.
B.S. weist mich darauf hin, dass die Kloster Wonnenstein und Grimmenstein zu Appenzell Innerrhoden gehören. Die Homepage des Kantons nennt die beiden Exklaven ausdrücklich. Wie diese Exklaven den Gemeinden oder Bezirken zugeordnet sind, weiss ich nicht; ich habe sie der Einfachheit halber der Gemeinde Appenzell selbst angehängt.
Skitag mit den Jungs in Flums: Zu meiner Überraschung finde ich in Unterterzen nicht mehr die alte Pendelbahn mit
zwei Sektionen, sondern eine moderne Gondelbahn mit Achterkabinen, die am 26. November eingeweiht worden ist. In
Unterterzen wird damit die Wartezeit massiv verkürzt, da die Gondelbahn mit 1200 Personen pro Stunde dreimal mehr
Passagiere befördert als die alte Pendelbahn. Und in Oberterzen muss man nun nicht mehr umsteigen. Schön und bequem ist
das, und ein weiterer schöner Erfolg für Garaventa, die in den Flumserbergen nächstes Jahr auch den ersten koppelbaren
Achter-Sessellift bauen wird (er wird den alten Zweiersessellift von der Prodalp zum Prodkamm ersetzen). Ob das
Skigebiet Flumserberge soviel mehr Kapazität überhaupt erträgt, wage ich zu bezweifeln. Es wird eng werden auf den
Pisten.
Gute Neuigkeiten erfahren wir von der Palfries-Bahn. Die Genossenschaft Seilahn Palfries versucht seit Jahren, diese alte Militärbahn als zivile Seilbahn neu zu eröffnen. Im Dezember 2005 hat die Regierung des Kantons St. Gallen sämtliche Rekurse abgelehnt, und ich bin guter Dinge, dass ich in den nächsten zwei Jahren erstmals per Seilbahn auf die Alp Palfries komme. Zur Unterstützung der Genossenschaft figuriert die Seilbahn bereits heute in der Geografiedatenbank.
Auf der Rückfahrt vom
Sylvesteranlass im Emmental fahren wir durch das Holzbrückenparadies. Wir sehen die Bubeneibrücke sowie die Äschaubrücke. Später im Entlebuch sehe ich, dass die Badbrücke bei Wolhusen stark beschädigt und die Ännigerbrücke (Schönenbodenbrücke) in Malters sogar ganz zerstört ist. Die
Unwetter vom August 2005 haben im Entlebuch auch die Holzbrücken nicht verschont. Die Ännigerbrücke soll durch eine neue
Holzbrücke ersetzt werden; ich lasse den Eintrag in der Datenbank deshalb als Platzhalter stehen. Von der Badbrücke
weiss ich nichts Genaues; ich hoffe, sie werde repariert, und ich lasse den Eintrag deshalb ebenfalls stehen.
Bei einer Geburtstagsfeier im Hotel Tödi in Tierfehd habe ich Gelegenheit, mir die alte NOK Werksbahn zum Kalktrittli näher anzusehen. Sie wurde 1959 im Zusammenhang mit dem Bau der Staumauer Limmerensee erstellt und kann heute im Sommer auch von Wanderern benutzt werden. Bei der Bergstation folgt man entweder den Bergwegen zum Muttsee oder zum Limmerensee, oder man geht durch einen rund 3km langen Stollen zum Limmerensee. In diesem Stollen verkehrte während der Bauzeit ein altes Zürcher Tram! Michael Schmocker und seine Kollegen haben diese Seilbahn liebevoll dokumentiert.
R. G. weist mich darauf hin, dass der Illsee kein Natursee, sondern ein Stausee sei. Das ist richtig, wie ein Blick auf die LK 1:25'000 zeigt, und konsequenterweise ist die Illsee-Staumauer ja seit langem in der Liste der Talsperren. R. G. war sich jedoch nicht sicher, ob es sich um einen gestauten Natursee oder einen echten Stausee handelt. Mit Sicherheit kann ich das auch nicht sagen, aber es gibt ein deutliches Indiz dafür, dass der Illsee lange vor dem Bau der Staumauer existiert hat: Das Verzeichnis [2] der Walliser Suonen führt die Bisses de l'Illsee auf. Suonen sind historische Bewässerungsanlagen, die heute zwar teilweise und mit eher musealem oder touristischem Hintergrund noch gepflegt werden, aber es scheint mir wenig wahrscheinlich, dass die Illsee-Suone erst nach 1923, also nach dem Bau der Staumauer, entstanden sein soll. Der Illsee figuriert deshalb neu als Naturstausee in der Datenbank.
Im Hinblick auf einen geplanten Wikipedia Artikel über Pässe stellt W. B. einige interessante Fragen, die ich leider nur pragmatisch statt wissenschaftlich beantworten kann:
Ein Pass ist nach meiner Definition ein Übergang in der Einsattelung
eines Gebirgskamms als Verbindung zwischen zwei Talorten
. Was die Einsattelung zum Pass macht, ist der Umstand, dass
er als Verbindung aktiv genutzt wird oder genutzt worden ist. Meine Definition gilt übrigens nur für den Normalfall des
"zweiseitigen" Passes, es gibt jedoch auch "einseitige" Pässe (St. Anton, Wolfgang).
Die Talorte begreife ich historisch - welches ist z.B. der letzte Ort, an dem man übernachtete, bevor man über den Pass fuhr oder ging, oder welches ist der letzte Ort, wo man eine Kutsche oder Träger mieten konnte? Bei Strassenpässen ist der Talort heute oft identisch mit der letzten Tankstelle, bei Wanderpässen ist es meistens der letzte Ort, wo man ein Ovo Sport kaufen kann.
Das kann zwei Gründe haben:
Eine allgemein verbindliche, "offizielle" Schreibweise von Flurnamen gibt es leider nicht. Im Laufe der Jahrzehnte haben Landestopografie, Grundbuchämter, kantonale Ortsnamenkommissionen und manchmal auch Schildermaler explizit oder implizit unterschiedliche toponymische Grundsätze angewandt.
Vor einem Jahr habe ich bei meinen Recherchen den Teufener Brückenbauer Johann Ulrich Grubenmann kennengelernt. Und nun, seit kurzem in Wädenswil wohnhaft, lerne ich den gleichen Grubenmann auch als Architekt und Erbauer der reformierten Kirche Wädenswil kennen. Wie sich die Kreise immer wieder schliessen: Das ist es, was Geografie und Geschichte für mich so spannend macht.
Der Traversina-Steg, dessen tragisches Ende ich im letzten November ebenfalls erwähnt hatte, wurde tatsächlich
neu gebaut und am 27. August 2005 eingeweiht. Dabei konnte man nicht einfach den alten Traversina-Steg neu bauen;
am neuen, weniger steinschlaggefährdeten Ort ist die Spannweite grösser, und die beiden Brückenköpfe liegen nicht
auf der gleichen Höhe. Als Laie würde ich den
neuen Steg
wohl einfach als Hängebrücke bezeichnen. Der neue Traversina-Steg ist nun in der Datenbank drin.
Eine Frage, die mit einer gewissen Regelmässigkeit gestellt wird, betrifft regionenbezogene Flurnamen. Was genau ist das Säuliamt, das Schwarzbubenland, das Zürcher Weinland, das Seeland, der Alpstein, das Grosse Moos, der Seerücken, die Romandie, das Heidiland, das Prättigau - wie grenzen sich diese Gebiete ab? Es ist meist relativ leicht, eine einzelne Region einigermassen präzise zu definieren. So ist das Säuliamt bedeutungsgleich mit dem Knonauer Amt und dem Zürcher Bezirk Affoltern, das Schwarzbubenland wiederum meint die beiden Solothurnischen Bezirke Dorneck und Thierstein. Aber gibt es ein Verzeichnis der regionenbezogenen Flurnamen? Oder nur schon eine Systematik der Regionsbezeichnungen?
Einen ersten Einstieg ermöglicht das Bundesamt für Statistik. Dabei sind üblicherweise die Gemeinden die kleinsten Bausteine der Regionen; die unterschiedlichen räumlichen Gliederungen des BfS sind immer wieder neue Gruppierungen von Gemeinden. Auch das Schwarzbubenland kann als Aggregierung von Gemeinden (und auf einer nächsten Ebene von Bezirken) beschrieben werden, aber beim Seerücken, beim Alpstein oder beim Schanfigg kommen wir mit Gemeinden als Bausteinen nicht mehr weiter. Meint das Schanfigg nun das ganze Einzugsgebiet der Plessur von Chur bis Arosa, oder nur den Teil von Maladers bis Langwies? Ein Verzeichnis der regionenbezogenen Flurnamen müsste diese vermutlich mit folgenden Merkmalen beschreiben:
Ich muss mir überlegen, ob und wie ich diese sich überlagernden Regionen in der Geografiedatenbank abbilden kann.
In den letzten Monaten lagen die Prioritäten auf privaten Veränderungen - jetzt bin ich wieder vollständig eingerichtet und kann endlich die vielen Zuschriften zur Geografiedatenbank abarbeiten. Gefreut hat mich die anonyme Meldung, dass die Holzbrücken im Engelbergertal die August-Unwetter einigermassen überstanden hätten - beschädigt, aber nicht zerstört. Spannend auch der Hinweis von S. Z., dass im Kloster Königsfelden nicht nur Klarissinen, sondern auch Franziskaner gelebt haben, und zwar gleichzeitig. Ein Doppelkloster, auf der einen Seite die Mönche, auf der anderen die Nonnen: Honi soit qui mal y pense.
Beim Wandern in der Mythen-Region erfahre ich, dass die Seilbahn von Rickenbach über Huserenberg zur Rotenfluh am 1. November 2004 stillgelegt worden ist; die 48 Jahre alte Bahn wurde den Anforderungen des Bundesamtes für Verkehr nicht mehr gerecht. Es gibt zwar Ideen für einen Neubau, aber beschlossen ist noch nichts. Die Seilbahnen in der Zentralschweiz stehen ohnehin vor einer Zukunft mit spannenden Herausforderungen, wie der Bericht von grischconsulta eindrücklich aufzeigt.
Mein Eintrag vom 24. Juli hat, für mich eher überraschend, mehrere Reaktionen ausgelöst, vor allem von Geografen und Vermessern. Paul Märki beschäftigt sich ausführlich und ebenfalls ablehnend mit der Thematik; besonders interessant sind auch seine Ausführung zur Geschichte der Schreibweise der Lokalnamen. Ein GIS-Fachmann teilt mir mit, dass er meine Skepsis teilt; nach seiner Auffassung sollte die Mundart nicht "möglichst lautnah", sondern "möglichst moderat" geschrieben werden. Auf meine Eingabe zur Vernehmlassung hat auch swisstopo bereits mit dem Hinweis reagiert, dass es nicht das Ziel war, viele Namen in den Landeskarten und in der Datenbank zu ändern, sondern dass dort, wo in Zukunft entschieden werden muss, dies nach möglichst gleichen Kriterien geschieht. Die Vernehmlassung läuft übrigens noch bis am 15. September 2005.
Die Flurnamen bleiben ein Dauerthema. In der Geografiedatenbank, aber auch im Gipfelverzeichnis oder bei Angaben zur Fundstelle von Blumen sind Flurnamen die wichtigste Referenz. Da kann mich auch das Vorhaben von swisstopo, die Schreibweise der Flurnamen zu überarbeiten, nicht kalt lassen. Der Entwurf Mai 2005 für Toponymische Richtlinien der Schweiz klärt die Regeln, nach denen in Zukunft die Flurnamen auf den Landeskarten geschrieben werden sollen.
Der Vorschlag von swisstopo ist gut durchdacht, nachvollziehbar und konsequent. Aber ist die Änderung notwendig? Die Schreibweise der Flurnamen auf den Landeskarten hat für alle, die mit geografischen Informationen zu tun haben, Leitcharakter; die Landeskarten sind der Duden für Ortsangaben. Zwar sind die Flurnamen heute weder eindeutig noch einheitlich geschrieben, aber sie haben sich in Millionen von Wegbeschreibungen, Tourentipps, Wanderführern und Lageskizzen niedergeschlagen. Sie alle werden, wenn die Schreibweise in den Landeskarten sich ändert, sofort weniger präzise, weniger nachvollziehbar. Die Flurnamen in der bisherigen Schreibweise, ob sie nun gut oder schlecht ist, haben (hier spricht der Informatiker) den Charakter eines "sprechenden Primärschlüssels" angenommen. Und sprechende Primärschlüssel ändert man nicht leichthin ab.
Erschwerend kommt hinzu, dass man auf der Landeskarte wohl nicht sieht, ob ein Flurname im Zuge der neuen Schreibweise geändert hat oder nicht; ich habe bei swisstopo auch keine Hinweise darauf gefunden, wie viele der über 150'000 Flurnamen auf den Landeskarten sich ändern würden. Während einer Übergangszeit von sicherlich 10-15 Jahren, bis alle Wanderer ihre Karten ausgetauscht und alle Ferienhausvermieter ihre Anfahrtsskizzen aktualisiert haben, werden die Flurnamen noch weniger eindeutig und damit verlässlich sein als heute. Natürlich stellt swisstopo mit SwissNames eine Datenbank zur Verfügung, in welcher jeder Flurname eine eindeutige Objektnummer hat, aber diese Datenbank ist kostenpflichtig. Sie freizugeben würde es mindestens in interaktiven Dokumenten erlauben, den Übergang von der alten auf die neue Schreibweise zu vereinfachen (z.B. mit einem Web Service, der auf eine Anfrage mit der Objektnummer den korrekten Namen zurückgibt). Für gedruckte Dokumente hingegen wäre selbst das keine Lösung.
Fazit: Die von swisstopo vorgeschlagene Änderung ist nachvollziehbar und würde längerfristig zu besserem Kartenmaterial mit besser verständlichen und homogenen Flurnamen führen. Aber die riesige "Installed Base", welche die bisherigen Flurnamen verwendet, wird damit vor die harte Wahl gestellt, entweder mit veralteten Begriffen oder mit hohen Änderungsaufwänden weiter zu arbeiten. Die Folgekosten für die "Installed Base" wiegen aus meiner Sicht schwerer als der Nutzen der Revision, und die Revision sollte deshalb nicht durchgeführt werden.
Der Ausflug des Alpenclubs Steile Wand führte uns dieses Jahr ins Tal der Engelberger Aa,
und er war in jeder Hinsicht ergiebig - nicht zuletzt für die Geografiedatenbank. Von Grafenort aus spazierten wir im
Tal nach Mettlen und bestaunten den Wasserfall des Gerbibachs; in zwei Stufen schiesst er über die Kalkwand zwischen
Wiss Stein und Flüemattli ins Tal. In Mettlen, einem kleinen Weiler etwa 2km südlich von Grafenort, lernte ich
schliesslich die wundervolle Seilbahn kennen, die in zwei Sektionen über Rugisbalm nach Eggen führt. Wie viele Bahnen im
Tal der Engelberger Aa ist diese Seilbahn in erster Linie für den Transport und die Versorgung der einheimischen
Bergbauern bestimmt. Die Viererkabinen haben deshalb auch eine zusätzliche Ladefläche, sie dürfte vor allem dem
Milchtransport ins Tal hinunter dienen. Besonders die erste Sektion bietet ein spektakuläres Seilbahnerlebnis. Zum einen
schwebt die Bahn vor dem ersten Masten sicher hundert Meter über dem Talboden; der Tiefblick aus dem offenen Fenster ist
beeindruckend. Zum andern ist die Bahn so gebaut, dass sie zwischen Talstation und erstem Masten leicht nach hinten
hängt, zwischen dem ersten und zweiten Masten etwa waagrecht liegt und zwischen dem zweiten Masten und der Bergstation
leicht nach vorne hängt. Die Bahn fährt mit einer kantonalen Konzession; gebaut hat sie der Seilbahnbauer Niederberger aus
Dallenwil.
Unsere Wanderung führte schliesslich weiter zum Lutersee. Dieser kleine Bergsee liegt in einem Kessel zwischen Salistock und Bocklistock, und er hat keinen sichtbaren Abfluss. Allerdings gibt es etwa 2km nördlich des Lutersees einen Luterseebach - das deutet darauf hin, dass der Lutersee unterirdisch nach Norden entwässert.
Gerbibachfall, die beiden Seilbahnen und der Lutersee sind nun in die Datenbank aufgenommen. Wer die Wanderung übrigens selbst machen möchte: Wir sind vom Lutersee zur Alp Zingel abgestiegen (während der Sömmerung heimelige Alpwirtschaft) und auf einem wildromatischen Weg nach Unter Trüebsee gewandert. Und nach Engelberg hinunter ging es am Schluss mit dem Trotinett fast gratis.
G. R. hat mich letzte Woche darauf hingewiesen, dass ich den 707m hohen Berg südlich von Thundorf, den "Imebärg", fälschlicherweise als "Innenberg" in der Datenbank hatte. Nach meiner Korrektur weist er mich darauf hin, dass der Berg nicht "Imenberg", sondern "Immenberg" mit zwei "m" heisse. Bei den Bergnamen halte ich mich im Normalfall an die Landeskarte - sie ist aber beim Immenberg nicht konsequent: Die 1:100'000 und 1:25'000 führen ihn als "Imeberg", während die 1:50'000 ihn als "Imebärg" bezeichnet (mehr zur Sprachwahl in den Landeskarten im Eintrag vom 30. Januar). Die Gemeinde Thundorf nennt ihn "Immenberg", aber die "Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz" sowie das "Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN)" nennen ihn "Imenberg". Google wiederum liefert für "Immenberg" wesentlich mehr Treffer als für "Imenberg". Wo eine Bezeichnung so widersprüchlich ist, ist es wohl vernünftig, die lokale Schreibweise, also "Immenberg", zu übernehmen.
Bei der Wanderung auf das Gemmenalphorn und weiter zum Niederhorn sehe ich auf der Karte nördlich der Beatenbucht den Flurnamen "Cholgruebi". Tatsächlich gibt es im Hohgant-Niederhorn Massiv zahlreiche Sandsteinbänke mit kohlenführenden Schichten. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Tausende von Tonnen Kohle aus dem Niederhorn gefördert. Der Verein "Höhenweg Thunersee" hat zwei dieser Stollen dem Publikum zugänglich gemacht.
Die Geografiedatenbank lebt von den Rückmeldungen der Besucher. Gregor weist mich auf einen Tippfehler beim Imenberg
hin, und Manfred weiss, dass das Kloster in Weesen "Maria Zuflucht" und nicht "Zurflucht" heisst. Besonders gefreut
habe ich mich über die Meldung der Viertklässler von Schiers: Georg, Joel, Florian und Martin wissen genau, dass der
Sagastäg nicht über den Schraubach führt, sondern über die Landquart, und zwar beim Holzbau Tscharner. Jungs, erstens
habt ihr da eine tolle Holzbrücke, und zweitens finde ich Viertklässler, die sich mit Holzbrücken auskennen, cool.
Etwas schwerer tue ich mit dem in letzter Zeit gleich dreimal geäusserten Wunsch, die "Kraftorte" der Schweiz in die
Datenbank aufzunehmen. Kraftorte sind gemäss Magic Places
Orte, an denen relativ ungefiltert Schwingungen ausströmen, die in allen Wesen der Natur eine Antwort auslösen
.
Ich mag diese esoterischen Sätze, weil sie so schön in sich selbst ruhen, vom Wohlklang leben und sich nicht zu erklären
brauchen. Wie sehen denn Schwingungen aus, die relativ gefiltert ausströmen? Und diejenigen,die absolut ungefiltert
ausströmen? Muss man zuerst eine Frage in sich tragen, bevor die Schwingungen eine Antwort auslösen? Wie unterscheidet
sich eine von Schwingungen ausgelöste Antwort von einem beliebigen anderen Gedanken, der einem durch den Kopf geht? Das
sind die Fragen, die sich mir als Skeptiker sogleich stellen. Zugegeben, ich neige eher der kritischen Sichtweise zu,
wie sie beispielsweise Wikipedia vorschlägt. Wer also einen bestimmten
Ort als Ort der Kraft erlebt, soll sich daran erfreuen, aber in die Datenbank aufnehmen werde ich diese Orte erst, wenn die
Landestopografie für deren Lebensenergie
eine Signatur einführt...
Die Frage nach der Herkunft der Daten in der Geografiedatenbank kommt immer wieder. Für die gliederungsbezogenen Daten verwende ich nach Möglichkeit amtliche Quellen:
Die übrigen Daten stammen weitestgehend aus Recherchen im Internet und im SwissMap 50.
In den letzten Wochen habe ich mich mehr um die Form als um die Inhalte gekümmert und meine Seiten und Anwendungen so
umgebaut, dass sie weitgehend den Anforderungen an "barrierefreies" Surfen genügen. Dass aber für die Besucher nach wie
vor die Inhalte im Vordergrund steht, beweist die Anfrage von Daniela und Gaby: Sie wollen wissen, ob man mit dem Pferd
von Lupfig nach Delémont kommt. Von Pferden kenne ich zwar einen alten Witz (Warum Pferde Pferde heissen? Weil sie auf
der Erde gehen - sonst würden sie ja Pfluft heissen), aber damit hat es sich dann auch schon. Was Daniela
und Gaby suchen, ist ein Routenplaner für Pferde - damit kann ich, bei aller Freude an der Frage, leider nicht dienen.
Ich habe mich schon oft gefragt, ob ich zu den Objekten in der Geografiedatenbank ein Verzeichnis von externen Links anbieten könnte - ähnlich wie bei der Gipfeldatenbank. Der Wartungsaufwand erschien mir jedoch immer zu gross. Auch besteht die Gefahr, dass Besucher unpassende Links in ein solches Verzeichnis eintragen würden. Nun habe ich eine ebenso triviale wie elegante Lösung gefunden: Google macht das schon. In der Lageanzeige zu jedem Objekt, etwa zur Grasburg, findet sich nun auch der Befehl "Google". Er ruft Google mit dem passenden Befehl für "Schloss Grasburg, nur Seiten aus der Schweiz" auf. Natürlich könnte jeder Besucher den Suchbefehl auch selbst bei Google eingeben, aber so ist die Google Resultatliste nur gerade einen Mausklick weit entfernt.
Eine Spielerin fragt, warum der Gemsstock bei Andermatt in der Frage irreführenderweise "Gamsstock" heisse. Leider ist das kein Tippfehler. Den Gamsstock gibt es wirklich; er liegt ca. 1800m westlich vom bekannten Gemsstock, und zur weiteren Komplizierung gibt es im nächsten Umkreis auch noch dem Gemsgrat und den Gamsspitz. Ein weiterer Besucher informiert mich, dass der Giessenfall nicht in Nesslau liege, sondern bei Dietschwil in der Gemeinde Kirchberg (SG). Richtig - auch bei Dietschwil gibt es einen Giessenfall, der die beiden Thurfälle in Nesslau (Oberer Giessenfall und Giessenfälle) optimal ergänzt. Die regionale Häufung von gleichen und ähnlichen Flurnamen sorgt immer wieder für Verwirrung und für Spannung im Geografiespiel, aber sie ist im Grunde genommen nicht erstaunlich. Sie zeigt, dass sprachlich geschlossene Kulturräume ähnliche Dinge oft auch ähnlich benannt haben.
Manchmal zeugt die Namensähnlichkeit oder -gleichheit auch noch von Gleichzeitigkeit: In einigen Gemeinden gibt es einen "Polenweg", etwa am Zürcher Üetliberg, bei Passugg, am Hinterrhein nördlich Rothenbrunnen, am Stock nördlich der Rigi Kulm, südlich der Stäfeliflue, am Dürrspitz, östlich der Gueteregg, zwischen Says und Stams oder im Safiental. Alle diese Polenwege wurden während dem Zweiten Weltkrieg von internierten polnischen Soldaten angelegt. Die polnische Exilarmee kämpfte in Frankreich; kurz vor der Kapitulation Frankreichs kamen die etwa 12'000 Soldaten der 2. polnischen Schützendivision im Jura über die Grenze und wurden in mehrerern Lagern integriert. Offensichtlich hatten die Kommandanten der Internierungslager alle etwa gleichzeitig die Idee, dass polnische Soldaten besonders gute Wegmacher sind. Flurnamen sind eben oft mehr Kulturzeugen als präzise geografische Bezeichnungen.
Zugegeben, ich habe eine gewisse Affinität zu Bahnen. Als Kinder standen wir am Sonntagmorgen jeweils beim Bahnhof
Schlieren bereit, um den Roten Pfeil, den TEE und das Krokodil zu bewundern, begleitet vom harmonischen Schlagen der
alten Bahnhofsglocken, die den einfahrenden Zug ankündigten. Und wir warteten gebannt während 58.5 Sekunden, bis der
ruhig fliessende Sekundenzeiger der Bahnhofsuhr wieder eine volle Minute anzeigte und dort für 1.5 Sekunden verharrte.
Über die 1944 von Hans Hilfiker gestaltete Bahnhofsuhr freue ich mich auch heute noch an jedem Bahnhof. In der aktuellen
Ausgabe von "via", dem Reisemagazin der SBB, lese ich nun, dass Hans Hilfiker als Ingenieur und Designer der SBB nicht
nur die Bahnhofsuhr hat, sondern auch das Perrondach im Bahnhof Winterthur-Grüze gestaltet hat (ein Prototyp, der nie in
Serie ging). Von 1958 bis 1968 war Hilfiker Direktor der Therma AG in Schwanden; er entwickelte Einbauküchen und schuf
das in der Schweiz gebräuchliche Standardmass 55x60x90cm für Küchenkomponenten (die Therma AG wurde 1978 von der
Electrolux übernommen). Wir ehren Hans Hilfiker mit einem Eintrag in der Liste der
Personen und werten die Einführung der Bahnhofsuhr 1944 als geschichtliches
Ereignis.
In einem deutschen Antiquariat habe ich (einmal mehr über ZVAB) Carl Eggers "Pioniere der Alpen" von 1946 gefunden, das ich für meine Seite über die Pioniere des Alpinismus brauche. Schon im ersten Kapitel treffe ich auf den Namen Johann Rudolf Meyer - den hatte ich doch schon am 16. März im Zusammenhang mit dem Meyerschen Stollensystem angetroffen! Tatsächlich war dieser Meyer (1739-1813) nicht nur Industrieller; er war selber Bergsteiger und unterstützte die Kartografierung des Alpenraums. Seine Söhne Johann Rudolf (1768-1825) und Hieronymus bestiegen 1811 mit der Jungfrau den ersten Viertausender, und sein Enkel, Rudolf Meyer, war 1812 zusammen mit Bortis, Volker und Abbühl am Finsteraarhorn unterwegs (allerdings gilt diese Besteigung nicht als gesichert; die erste gesicherte Besteigung des Finsteraarhorns erfolgte 1829 durch Leuthold und Währen in einer Expedition von Hugi).
Mit dem neuen Strukturbrowser kann man sehr einfach über die Hierarchie Kanton - Bezirk - Gemeinde zur Liste aller Objekte einer Gemeinde gelangen. Es hat mich selbst überrascht, wie einfach das zu programmieren war - gerade mal 50 Zeilen Code sind dafür notwendig.
Unter den Ausflugszielen finden sich neu einige Felsenfenster und
Naturbrücken. Beim Recherchieren stosse ich einmal mehr auf eine spannende Geschichte: Das Meyersche Stollensystem in
Aarau. Johann Rudolf Meyer war ein Industrieller, der in Aarau eine Seidenbandfabrik unterhielt. Da alle Wasserrechte am
Aarauer Stadtbach bereits vergeben waren, baute er illegal und im Geheimen ab etwa 1790 ein rund 2 Kilometer langes
System von unterirdischen Gängen und Stollen, in denen er das Wasser sammelte und seiner Fabrik zuführte. 1827 flog sein
illegales Wasserkraftsystem auf, und er musste nachträglich ein Konzessionsgesuch einreichen, das ihm glücklicherweise
gewährt wurde. Ein Verein versucht, die Stollen der Nachwelt zu erhalten, und organisiert geführte Touren durch die noch
passierbaren Teile des Stollensystems. Mehr dazu weiss
Hélène Klemm.
Im Nachgang zur Rothenthurm-Initiative hat der Bund drei Moorinventare geschaffen:
Während die Moorlandschaftsverordnung schon lange in der Liste der Moore drin ist, habe ich mich um die umfangreichen Hoch- und Flachmoorinventare bisher gedrückt. Diese Inventare sind sehr kleinräumig, und es ist nicht trivial, die Moore anhand der Karte zu lokalisieren. Auch sind Moore nicht immer klar abgegrenzte Flächen, die Übergänge zwischen Wald, Moor und Kulturwiese sind oft fliessend, und in manchen Fällen muss sich auch das Inventar mit Lageumschreibungen ("Moor zwischen Lombachalp und Teufengraben") begnügen. In den nächsten Wochen werde ich die Hochmoore in die Geografiedatenbank aufnehmen. Soweit ich die Moore anhand der Karten 1:50'000 und 1:25'000 einigermassen sicher lokalisieren kann, ist die Koordinate in der Datenbank aufgeführt. Bei Zweifelsfällen greife ich teilweise auf die World Database of Protected Areas zurück, welche zu vielen Hochmooren die geografischen Koordinaten führt.
Es überrascht nicht, dass flache, höhlenreiche Karstgebiete auch reich an Mooren sind. Ein eigentliches Hochmoorzentrum ist zweifelsohne die Gemeinde Habkern (und die ganze weitere Umgebug des Systems Hohgant / Sieben Hengste, mit Eriz, Beatenberg, Sigriswil und Flühli auf der Luzerner Seite). Die Gemeinde Habkern, die sich einem sanften Tourismus verpflichtet hat, führt die Moore und Karste denn auch als eine ihrer Attraktionen auf, und Andreas Zurbuchen dokumentiert sein Dorf mit Fotos und Texten, unter anderem einem kleine Wörterbuch zum Habkern-Dialekt.
Am Nordwestufer des Lac Brenets führt die Landeskarte 1:25'000 verschiedene "Entonnoirs" auf - Cave la Metsire, Entonnoir Bon Port, Martinet und Entonnoir Neuf. Ich habe sie kollektiv unter dem Begriff "Entonnoirs du lac Brenet" erfasst. Mit meinem verblassenden Schulfranzösisch und mit Google-Hilfe fand ich dafür folgende Erklärung: Die Orbe fliesst bei Le Sentier in den Lac de Joux und den Lac Brenet. Das Wasser versickert im Karst, unter andern eben in diesen Trichtern am Nordwestufer des Lac Brenets, und tritt nach über 30 Stunden aus der Grotte de l'Orbe, südwestlich von Vallorbe, wieder ans Tageslicht. Karstseen ohne Abfluss kenne ich aus dem Appenzell (Sämtisersee), vom Glarner Obersee oder vom Glattalpsee. Dass jedoch ein stattlicher Fluss wie die Orbe von der Quelle beim Lac des Rousses bis zum Lac des Joux oberirdisch 16km zurücklegt, um sich dann zwischen Lac Brenet und Grotte de l'Orbe während 2.5km im Karst zu verlieren, ist doch beachtlich.
Dass ich mit den zur Zeit gut 130 erfassten Höhle erst an der Oberfläche gekratzt habe, zeigt unter anderem das beeindruckende Inventar der Geotope nationaler Bedeutung.
Die Koordinaten der Höhlen nachzuführen ist weniger trivial als vermutet. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der empfindlichen Höhlen machen die Speläologen die Lage der Höhlen nicht öffentlich. Beide Gründe sind für mich nachvollziehbar.
Soweit ich das beurteilen kann, finden sich die Höhlen vor allem entlang der Kalkberge am nördlichen Alpenrand sowie im Jura. Auf meinen Karstwanderungen im Wägital, auf der Silberen oder der Glattalp begegne ich denn auch immer wieder kleineren Höhlen. Die Häufung von Höhlen im Kalk hat mit dem Verwitterungsprozess zu tun. Dazu die Definition aus Wikipedia:
Karstgebiete zeichnen sich meistens durch einen Untergrund aus Gips oder Kalkstein aus. Dieses Gestein wird durch Kohlensäure gelöst, die sich durch Lösung von Kohlendioxid in Wasser bildet (Kohlensäureverwitterung; das bedeutet, dass die Entstehung von Karsterscheinung - theoretisch gesehen - ein rein chemischer Vorgang ist, und kein mechanischer beziehungsweise physikalischer Vorgang). Die Oberfläche des Gesteins wird ausgewaschen und langsam abgetragen. An Hängen bilden sich Furchen und Rinnen, in denen das Wasser abfliesst, die so genannten Karren. Im porösen Gestein versickert das Wasser und frisst Gänge und grössere Hohlräume hinein, so dass sich Höhlen bilden. Stürzen solche Hohlräume ein, so dass sich eine trichterförmige Senke ergibt, so spricht man von einer Doline.
Auf der Schrattenflue habe ich mit einer vom Triebschnee zugedeckten, tiefen Doline intensive Bekanntschaft gemacht. Sie war sicher vier Meter tief, und man kommt dort schneller hinein als wieder heraus. Ich fühle mich zwar im Gebirge wohl, aber vor allem, was in den Berg hineingeht, habe ich sehr grossen Respekt. Ich führe deshalb die Koordinaten einer Höhle nur dann auf, wenn sie entweder touristisch erschlossen oder in der Landeskarte eingezeichnet ist.
In der Themenabstimmung vom 19. Dezember 2004 bekamen die touristischen Sehenswürdigkeiten 21% der Stimmen und lagen damit auf Platz 2 der Wunschthemen. Touristische Sehenswürdigkeiten verbergen sich ja in grosser Zahl bereits in vielen anderen Listen: Das Kloster Einsiedeln bei den Klostern, die Brienzer Rothorn-Bahn bei den Zahnradbahnen, die Reichenbachfälle bei den Wasserfällen. Die neue Objektart Ausflugsziele ist ein Sammelsurium von Objekten und Orten, die aufgrund ihrer touristischen Bedeutung und Bekanntheit einen Platz in der Geografiedatenbank verdienen, aber in keine der bestehenden Kategorie hineinpassen wollen. Ich war mir lange unschlüssig, wie ich die neue Objektart nennen soll: Sehenswürdigkeiten, touristische Attraktionen, Ausflugsziele, Places of interest? Der Entscheid für "Ausflugsziele" kam am Schluss ganz pragmatisch zustande: Der Begriff passt bequem in den schmalen Navigationsbalken am linken Bildschirmrand.
Die Auswahlkriterien für Ausflugsziele sind deutlich weniger scharf und deutlich subjektiver als bei anderen Objektarten. So zieht das Stadion Letzigrund vermutlich weit mehr Besucher an als die Fondation Beyeler, aber der Letzigrund ist eine Hülle, der Grund für den Ausflug ist nicht der Letzigrund selbst, sondern der Fussballmatch, der darin stattfindet. Solche und ähnliche Überlegungen spielen bei der Aufnahme in die Liste eine Rolle. Die drei wichtigsten Kriteren sind:
Grosse Altstädte wie Fribourg, Bern oder Basel würden allein je Dutzende von Einträgen rechtfertigen, da sowohl einzelne Plätze und Gebäude als auch die Ortsbilder als Ganzes touristisch bekannt und bedeutend sind. Die Vervollständigung wird hier dauern.
Einige bekannte und beliebte Ausflugsziele habe ich bewusst nicht aufgenommen, weil sie m.E. keinen Ausflug verdienen - namentlich die Autobahnraststätten Kemptthal, Würenlos (Fressbalken) und Heidiland. Aus dem gleichen Grund sind auch Einkaufszentren nicht als Ausflugsziele aufgeführt.
Es lohnt sich übrigens nicht, bei Google mit dem Suchbegriff "Ausflugsziele" nach Ausflugszielen zu suchen. Die Websites, welche unter diesem Begriff erscheinen, sind unsäglich banal und führen immer wieder die gleichen langweiligen und populären Ausflugsziele auf. Und bei InfoZentralschweiz scheint der Erstlehrjahrstift für die Website verantwortlich zu sein: Das Menüsystem spricht von "Tierpark's" und "Wasserpark's". Lieber Erstlehrjahrstift, die Mehrzahl von Tierpark heisst bei uns Tierpärke, und wenn es halt sehr hochdeutsch tönen soll, dann wäre es Tierparks. Aber lass bitte diesen hässlichen, überflüssigen, falschen und missbrauchten Apostroph weg.
Meine Schneeschuhtour endet in Mostelberg, und ich fahre mit der Sesselbahn nach Sattel hinunter. Ich freue mich schon darüber, endlich wieder einmal eine alte Sesselbahn mit seitwärts montierten Sesseln gefunden zu haben - und dann sehe ich bei der Talstation ein Schild, das mich auf den für Sommer 2005 geplanten Umbau hinweist. Die 55 Jahre alte Sesselbahn wird durch eine moderne Garaventa Gondelbahn ersetzt, analog zur Braunwald-Gumen-Bahn (siehe Eintrag vom 6. August 2004).
Ich vermute, dass damit die letzten Bahnen mit seitwärts montierten Sesseln verschwinden. Die lokalen Tourismus-Verantwortlichen sehen in den Neubauten wohl eine Investition in die Zukunft; ich sehe darin einerseits einen Verlust an historischer Substanz (ja, ich weiss, das ist nostalgisch) und andererseits den verzweifelten Versuch, mit technisch modernen Anlagen und mit Schneekanonen der Entwicklung hin zu Monster-Skigebieten à la Weisse Arena etwas entgegenzusetzen. In dreissig, vierzig Jahren werden Seilbahnfreunde wohl aus Altbauteilen, die sie in irgendwelchen Scheunen finden, eine Nostalgiesesselbahn mit seitwärts montierten Sesseln bauen, vielleicht auf dem Ballenberg. Ob die modernen Nachfolger in Braunwald und Sattel dannzumal noch existieren, darf bezweifelt werden.
Zur Frage, warum die Sessel vor 50 Jahren oft seitwärts montiert worden sind, habe ich noch keine Hinweise gefunden. Eine naheliegende Erklärung wäre die Sicherheit: Wenn die Passagiere vom Sessel steigen, besteht beim in Fahrtrichtung montierten Sessel die Gefahr, dass zu langsam Wegtretende vom Sessel gefällt werden. Was auch immer die Überlegung war, sie scheint sich nicht bewährt zu haben.
Mit sehr viel Verspätung habe ich die Übernachtungszahlen 2002-2003 der SAC Hütten nachgeführt. Und da konnte ich es natürlich nicht lassen, die Übernachtungen durch die Anzahl Betten zu teilen und so herauszufinden, wie oft pro Jahr eine Matratze verschnarcht wird. Über alle SAC Hütten hinweg ist eine Matratze 37 Nächte im Jahr belegt. Die höchste Belegung weist die Läntahütte mit 75 Übernachtungen pro Matratze aus, aber sie ist mit 33 Schlafplätzen ja auch die kleinste unter den dicht belegten Hütten. Nach ihr die höchste Belegung weisen Jenatsch, Britannia, Motterascio, Saoseo, Lidernen und Maighels aus. Wer nicht gerne alleine schläft, ist in diesen Hütten also gut bedient.
Ich halte es bei den Bergen jedoch eher mit Sepp Dietschi, der zu sagen pflegt, dass es auf einem Berg nicht mehr Menschen haben sollte als Gämsen. Zu einsamen Bergen gehören auch einsame Hütten, und hier sind (Biwaks nicht mitgezählt) folgende Hütten angesagt: Diablerets (die einsamste Hütte mit 5 Übernachtungen pro Matratze), Lohner, Spannort, Balmhorn, Rottal, Mutthorn, Brunni, Violettes, Martinsmad und Punteglias. In diesen Hütten sind die Matratzen höchstens 15 Nächte pro Jahr belegt. Dass diese Hütten sowohl in den absoluten Übernachtungszahlen als auch bei der Auslastung tief sind, dürfte im Wesentlichen zwei Gründe haben:
Bei der Rottalhütte dürfte wohl die Nähe der Jungfraubahn negativ auf die Belegung schlagen. Weniger nachvollziehbar ist für mich die Situation der Mutthornhütte (sie liegt ja ähnlich spektakulär wie die Planurahütte) und der Punteglias. Da lokale Weg- und Wetterverhältnisse sowie Umbauarbeiten die Übernachtungszahlen stark beeinflussen können, müsste man die Entwicklung wohl über mehrere Jahre hinweg beobachten.
Die Biwaks sind übrigens zumeist sehr wenig benutzt; die Chance, dort eine Matratze bereits belegt zu finden, liegt bei etwa 1:100. Die Ausnahme ist das Mittelaletschbiwak, wo jede der 13 Matratzen 38 Besuche pro Jahr erhält. Und da sich diese Besuche ja auf die wenigen strahlenden Hochtouren-Wochenenden konzentrieren, sollte man sich dann den Schlafplatz wohl frühzeitig sichern.
Wenn ich in den Bergen unterwegs bin, halte ich, soweit es das Gelände zulässt, Augen und Ohren für Wildbeobachtungen offen. Über Steinböcke und Murmeltiere stolpert ja man dauernd, und auch Gämsen sieht man oft (wobei diese im Gegensatz zu den Steinböcken sofort fliehen). Aber ein wildlebender Hirsch wollte mir bisher partout nicht in kameragerechter Distanz über den Weg laufen, weder im Val da Cam, wo es von ihnen wimmeln soll, noch im Nationalpark, wo ich zusammen mit lärmenden Schulklassen auf den wenigen Wegen bleiben muss. Murphy begleitet übrigens auch den Wildfotografen: Seit ich das 2kg schwere 100-400mm Tele auf meinen Touren herumtrage, weichen mir die Gämsen und Schneehühner aus. Ich vermute, dass meine Chancen in Gebieten, in denen nicht gejagt wird, grösser sind, und als hübscher Nebeneffekt ist jetzt die Liste der eidg. Jagdbanngebiete in der Datenbank drin.
Das Jagdbanngebiet Dixence habe ich auf der Karte nachgeschlagen und zu meiner Überraschung festgestellt, dass westlich der Staumauer eine Seilbahn eingezeichnet ist. Sie wird zwar im Web oft im Zusammenhang mit der Besichtigung der Staumauer erwähnt, aber die technischen Daten habe ich bisher nirgens gefunden. Ich vermute, dass es sich um eine kleine Pendelbahn handelt.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Postleitzahlen habe ich einen neuen Befehl eingebaut, mit dem man direkt nach Postleitzahlen suchen kann. Im Gegensatz zur normalen Suche kann dabei auch die eigentliche PLZ, z.B. 8800, eingegeben werden.
Bei der Winterwanderung der Tourenbuch-Autoren auf den Gschwändstock sind wir kurz nach Unteriberg an einem kleinen Skigebiet vorbeigekommen. Ich war der Meinung, diese Gegend wie meinen Hosensack zu kennen, aber die Sesselbahn auf den Höchgütsch habe ich zum ersten Mal wahrgenommen. Sie ist nun in der Datenbank drin. Und der Tipp für die Wintersportler: Die Vormittagskarte gibts für schlappe 15 Franken - am Morgen skifahren und am Nachmittag zur Arbeit.
Ein Besucher aus den USA, der seine Kindheit in der Schweiz verbracht hat, erinnert sich an die Zahnradbahn von Leuk nach Leukerbad und fragt, warum sie nicht in der Liste der Zahnradbahnen erscheine. Die LLB nahm zwar 1915 ihren Betrieb auf, wurde aber 1967 ersatzlos abgerissen; das Bahntrassee wurde teilweise für die Strasse genutzt, und im Zentrum von Leukerbad kam die Gemeinde so zu einem grossen Grundstück, auf dem sie später einige ihrer wenig lohnenden Grossprojekte verwirklichte... Spannendes aber tat sich am Rand dieser Recherche auf; ich kam über sie auf einen der grossen Pioniere des späten 19. Jahrhunderts, Franz-Josef Bucher-Durrer (1834-1906). Er entwickelte 1897 ein Projekt für eine Bahnlinie von Spiez nach Leukerbad, mit einer Zahnradstrecke zwischen Kandersteg und der Gemmi. 1910 lehnte der Bundesrat das Konzessionsgesuch ab.
Dieser Bucher-Durrer war ein Tausendsassa in der aufkommenden Tourismus-Industrie. Er baute das Hotel Bürgenstock und die zugehörige Standseilbahn in Kehrsiten, er baute 1893 die Standseilbahn auf das Stanserhorn (von der seit dem Brand von 1970 nur noch die unterste Sektion als Standseilbahn funktioniert), eröffnete 1905 den Hammetschwandlift und verhalf damit dem Liftbauer Schindler zu internationalem Ruf, und 1906 eröffnete er das Hotel Palace in Luzern. Ich habe Bucher-Durrer deshalb in der Liste der Personen verewigt.
Und ganz am Rand kam ich so doch noch zu einem neuen Eintrag bei den Seilbahnen: Der Schwiegersohn von Bucher-Durrer, Alfred Schraemmli (1867-1932), eröffnete 1910 in Luzern das Hotel Montana. Das Hotel steht erhöht über der Seepromenade und wurde (ähnlich wie beim Engelberg-Terrace) mit einer kurzen Standseilbahn erschlossen. Die Standseilbahn ist heute noch in Betrieb und nun auch in der Seilbahnliste drin. Und hier noch eine Bitte an die Luzerner: Wer die genauen Höhen der Tal- und Bergstation kennt, möge sie mir bitte mitteilen.
Das Geografiespiel für Kinder wurde im ersten Monat bereits 4'524 mal bis zum Ende gespielt. Rund 1/3 der Spiele endete mit 6 oder 7 Punkten, und etwa zwei Prozent aller Spiele wurden mit einem Nuller abgeschlossen.
| Punkte | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | Total |
| Spiele | 93 | 147 | 207 | 281 | 447 | 634 | 749 | 768 | 611 | 424 | 163 | 4524 |
| Anteil | 2% | 3% | 5% | 6% | 10% | 14% | 17% | 17% | 14% | 9% | 4% |
Die Spiele verteilen sich recht regelmässig über alle Wochentage. Auch im Tagesverlauf ist die Verteilung flacher als im normalen Geografiespiel, und in der Nacht wird es fast gar nicht gespielt. Der Einfluss der normalen Büro-Arbeitszeit ist also geringer, und ich nehme das als Indiz, dass der Anteil der Kinder (oder sagen wir: der nicht Berufstätigen) unter den Besuchern höher ist als auf den übrigen Seiten.
Die Erfassung der Passwege ist mit 417 Objekten vorläufig abgeschlossen. Davon stellt der Kanton Graubünden allein 158, also mehr als einen Drittel. Das liegt vor allem daran, dass ein Kanton der 150 Täler natürlich auch viele Pässe haben muss, die von einem Tal ins andere führen. Aber zusätzlich dürften auch Unterschiede in der Machart der Landeskarten 1:50'000 eine Rolle spielen: Für die Erfassung der Pässe habe ich die Karten mit SwissMap 50 Version 2 streifenweise von oben nach unten durchgeblättert. Dabei habe ich den Eindruck bekommen, dass in der Ostschweiz deutlich mehr Übergänge benannt und kotiert sind, und dass auch das integrierte Ortsregister für die Ostschweiz vollständiger ist. In der Westschweiz hingegen sind viele Pässe auf der Karte gar nicht benannt (etwa der Übergang zwischen Glishorn und Fülhorn, wo es auf der Karte reichlich Platz für einen Namen hätte), und einige sind zwar auf der Karte benannt, aber im Ortsregister nicht aufgeführt (etwa Col de Chétillon und Col de Croix südöstlich des Haut Sex).
Bei der Festlegung der Talorte habe ich mich im Zweifelsfall von der Überlegung leiten lassen, welche historische Funktion ein Pass als Transportweg gehabt haben könnte. Die Bergbauern, Hirten, Jäger und Säumer, welche die Alpenpässe erstbegangen und befestigt haben, taten dies ja nicht aus Freude am Bergwandern, sondern um von A nach B zu kommen, um Vieh auf eine Alp zu treiben, um Waren zu verkaufen. Die Talorte, die ich mit dieser Überlegung identifiziert habe, liegen deshalb oft recht weit vom eigentlichen Pass entfernt. Aber die Welt hat sich verändert, und die Passwege haben heute zumeist eine nur noch touristische Funktion. Wenn also der heute logische Ausgangspunkt für eine Passwanderung ein anderer ist, lasse ich durchaus mit mir reden.
Auf der Karte der Passwege fallen zwei Gegenden auf. Besonders viele Passwege bestehen zwischen Prättigau und Montafon sowie zwischen Landwasser/Albula und dem Engadin. Man müsste dem mal genauer nachgehen, aber auf den ersten Blick scheint es, dass unter allen frühen Bewohnern des Alpenraums die Walser besonders gut zu Fuss waren.
Die Schreibweise von Bergen, Pässen und Flurnamen allgemein ist immer wieder ein Thema. So macht mich ein Glarner auf den Widerspruch zwischen seiner Wohnadresse (Deyenstockstrasse) und der Gipfelbezeichnung Dejenstock aufmerksam. Eine Lehrerin teilt mir mit, dass sie beim Korrigieren von Schülerprüfungen die Geografiedatenbank verwendet und dabei den Kinzigpass nicht gefunden hat (er ist als Chinzig Chulm drin). Ich halte mich an den Grundsatz, die Schreibweise der Landeskarte zu verwenden. So ist sichergestellt, dass die Geografiedatenbank mit den Angaben in Karten, Führern usw. übereinstimmt.
Die Landestopografie hat seit ihrer Gründung 1837 verschiedene Sprachkonzepte verfolgt. Es gab Phasen der strikten Verhochdeutschung, Veramtlichung von Flurnamenbezeichnungen, und dann wieder Phasen mit einer fast übertriebenen Mundartisierung ("Gottsmänige" usw.). Karten und Flurnamen sind nie einfach richtig oder falsch, sondern immer auch ein Spiegel der Kulturgeschichte.
Hansruedi Naef macht mich mit seinem Eintrag im Gästebuch auf den Pilatussee aufmerksam. In der Landeskarte 1:25'000 ist auf dem Gebiet der Oberalp, in der Senke zwischen Mittaggüpfi und Widderfeld, eine sumpfige Ebene mit "Ehem. Pilatussee" angeschrieben. Nach der Sage wurde in diesem See, der Quelle des Rümlig, der Leichnam des Pontius Pilatus versenkt. Er soll dort als Geist sein Unwesen getrieben haben, sobald man am Ufer des kleinen Sees laut gesprochen, seinen Namen gerufen oder Gegenstände in den See geworfen habe: Stürme und Überschwemmungen habe er in seiner Wut ins Tal der Emme und nach Luzern gebracht. Das Besteigen des Pilatus war deshalb lange Zeit verboten, und noch 1518 musste Vadian, der St. Galler Gelehrte, Reformator und Erstbesteiger des Pilatus, bei der Stadt Luzern eine Bewilligung für seine Touren einholen. Um 1594 schliesslich setzte der Rat von Luzern dem Aberglauben ein Ende; er liess den See abgraben und bewies, dass dort keine Leiche und kein Geist versenkt waren. Vom See blieb danach nur noch ein kleiner Sumpf übrig. Der Verein Pro Pilatus errichtete schliesslich 1972 einen kleinen Damm, um den See am völligen Verlanden zu hindern. Lieber Hansruedi Naef, die wenigen Quadratmeter Pilatussee rechtfertigen leider keinen Eintrag in der Seenliste, wo in mindestens einer Richtung eine Ausdehnung von 200 Metern gefragt ist. Aber eine hübsche Geschichte ist es alleweil.
Normalerweise kann ich im Zug von Thalwil nach Sargans - meiner üblichen Strecke für Touren im Bündnerland - den
Blick nicht von den Churfirsten lösen. Heute aber lag Hochnebel über dem Walensee, der Blick auf die Churfirsten war
versperrt, und das Auge musste sich mit Naheliegendem begnügen. Und so sah ich zum ersten Mal die kleine Insel zwischen
Mols und Walenstadt. Gerüchten zufolge heisst sie Schnittlauchinsel. Sie
erhebt sich nur gerade einen Meter über dem Seespiegel und wird hin und wieder überflutet, aber eine Insel ist sie
trotzdem - und damit nun auch im Verzeichnis der Inseln drin.
Die Auswertung der Zugriffe über das ganze Jahr 2004 zeigt einige erstaunlich Dinge. Am häufigsten abgefragt wurde die Liste der Berge (wohl in der Zeit, als man während einem Geografiespiel noch nach Bergen suchen konnte) mit 18'663 Zugriffen, dicht gefolgt von den Postleitzahlen mit 17'883 Zugriffen. Da die Postleitzahlen im Geografiespiel nicht vorkommen, scheint hier ein echtes Informationsbedürfnis der Grund für diese hohe Zahl zu sein.
Bei den einzelnen Objekten wurde am häufigsten der Fluss Aare angezeigt (799 Zugriffe), dann der Kanton Aargau mit 727 Zugriffen. Offensichtlich weiss man nicht, wo der Aargau liegt. Liebe Aargauer, euer Schicksal als unbekannter Durchreisekanton, als Niemandsland zwischen Zürich und Bern, zwischen Luzern und Basel, spiegelt sich auch in der Geografiedatenbank: Ihr habt zwar 8% aller Einwohner der Schweiz, aber nur 4% aller Objekte in der Datenbank.
Die am häufigsten gesuchte Region ist 683/247, also Zürich. Diese Suche kann man sich eigentlich sparen: Rund um Zürich herum hat es vor allem Zürich. Und in Zürich selbst gibts nur eines im Überfluss, nämlich Postleitzahlen. Das ist natürlich strikte aus der Sicht der Geografiedatenbank betrachtet, aber so weit weg von der Realität ist es auch wieder nicht.
Bei der Suche nach Begriffen verzeichnet der Säntis 15 Zugriffe, gefolgt von Biel mit 12 Zugriffen. Daneben kommen einige einzelne seltsame Suchbegriff vor. Neben dem Achselschweiss, der mir schon am 18. März gut gefallen hat, sind die Begriffe "Single", "Kardiogramm", "Kontakt", "gratis" und "billig" auffällig. Wer Partnerschaften oder Billigangebote sucht, ist offensichtlich in seiner Suche nicht sehr spezifisch.
Mit der neuen Version des Geografiespiels (siehe Eintrag vom 2. Januar) habe ich das Navigationssystem leicht verändert. Der Spielstand und die Befehle zum Spiel sind nun in einer separaten Kopfzeile. Interessanterweise ist nun der Anteil der Spiele, die vorzeitig abgebrochen werden, massiv gestiegen. Im Dezember wurden von 32'488 Spielen 30'202 oder 93% der Spiele beendet. Im Januar wurden bisher 25'098 Spiele begonnen, aber nur deren 12'960 oder 52% beendet. Es wird also massiv mehr gespielt, aber auch schneller aufgegeben. Insbesondere von Spielern, die auf einen Eintrag in der Bestenliste hin spielen, weiss ich, dass sie das Spiel nach einem schlechten Start rasch abbrechen und ein neues Spiel beginnen. Es sieht ganz danach aus, dass die neue Kopfzeile im Geografiespiel den Abbrechen-Befehl leichter zugänglich macht und nun ein weit höherer Anteil von Spielern die gleiche Taktik verfolgt. Dass alleine die Anordnung der Befehle das Nutzungsverhalten dermassen stark beeinflusst, hätte ich nicht gedacht.
Die Anwendung, die hinter der Geografiedatenbank steckt, ist im Laufe der Zeit immer mehr gewachsen, und die Wartung wurde immer aufwändiger. Ich habe nun das Geografiespiel aus der Geografie-Anwendung herausgelöst und als eigene Anwendung abgelegt (geospiel.asp). Das Spiel zeigt nun jeweils in der Kopfzeile die wichtigsten Angaben wie Runde, Punktzahl und Restzeit an. Die Auswertung des Spiels sowie der Spielverlauf aller Spiele der Bestenliste zeigen nun auch die Zeit an, die der Spieler gebraucht hat.
Verschiedene Besucher hatten den Eindruck, dass in der Bestenliste zuviele Einträge der stärksten Spieler aufgeführt sind. Im Sinne einer Ehrenregel bitte ich die Platzhirsche, sich auf drei Einträge im Monat zu beschränken und spätere Spiele nur noch dann einzutragen, wenn sie besser waren als die drei bereits in der Bestenliste vorhandenen Einträge. Die drei Einträge scheinen mir eine zweckmässige Grenze; sie entsprechen dem Umfang der ewigen Bestenliste. Überzählige Einträge werden nun periodisch bis auf die besten drei pro Spieler gelöscht.
Da das Geografiespiel anonym ist, bleibt das eine Ehrenregel - ich kann niemanden daran hindern, sich unter verschiedenen Pseudonymen einzutragen.
Bei einigen Bergen habe ich mich beim Erfassen der Landeskarte vertippt und "Château-d'Oex" beispielsweise als "Château d'Oex" erfasst. Um die Angaben zu validieren, habe ich nun alle Karten in den Massstäben 1:25'000, 1:50'000 und 1:100'000 erfasst; sie dann auch noch gleich als neue Liste zur Verfügung zu stellen, ging gerade im Gleichen.
Einige erste Gebirgsübergänge / Wanderpässe (in der neuen Kategorie Pässe (Wege) machen wie erwartet etwas Mühe. Vorläufig halte ich mich an folgende Regeln:
Einige Kinder haben mir geschrieben, das Geografiespiel sei zu schwer. Es habe zuviele Berge und Gemeinden, die niemand kennt (das geht mir genauso, Kiddies!). Das neue Geografiespiel für Kinder ist ab sofort verfügbar und wesentlich leichter:
Technisch ist das Kinder-Geografiespiel ebenfalls einfacher als das Spiel für die Grossen. Statt Javascript und CSS verwendet es die gute alte HTML Image Map für die Kantone, und die Resultate verlangen auch keine komplexen Berechnungen, sondern einen einfachen Vergleich zwischen dem Kanton des Objektes und dem Tipp des Spielers.
Ich bin gespannt, ob und wie Kinder das Spiel nutzen werden. Die Statistik allein wird dazu nicht viel sagen; es können ja auch Erwachsene die Kinder-Version spielen. Ich werde es deshalb hauptsächlich an den Zuschriften beurteilen muüssen. Und Klagen von Eltern und Lehrern über Kinder, die nur noch vor dem PC sitzen und das Geografiespiel spielen, nehme ich gerne entgegen: Ein besseres Feedback kann ich mir gar nicht wünschen.
Die alte Seilbahn Feldis-Mutta wurde im Sommer abgerissen (siehe Eintrag vom 6. August). Sie war die letzte Sesselbahn mit Einersitzen, die ich kenne - und die einzige, die im Sommer als Sesselbahn, im Winter aber als Bügel-Schlepplift betrieben wurde. Nun wurde die neue Zweiersesselbahn feierlich eröffnet. Auch wenn sie nun technisch weit weniger spektakulär ist, freuen wir uns für Feldis, und wünschen den Verantwortlichen einen schneereichen Winter und viele Gäste.
Die Besucher haben gewählt, und das Thema Gebirgsübergänge / Wanderpässe hat mit Abstand am meisten Stimmen bekommen:
| Thema | Rang | Anteil Stimmen |
|---|---|---|
| Gebirgsübergänge (Wanderpässe) | 1 | 28% |
| Touristische Sehenswürdigkeiten | 2 | 21% |
| Archäologische Funstätten | 3 | 15% |
| Bierbrauereien | ||
| Eisenbahnbrücken | 5 | 7% |
| Felsenfenster / Naturbrücken | 6 | 6% |
| Schützenswerte Ortsbilder (ISOS) | 7 | 4% |
| Industriedenkmäler | 8 | 4% |
Schön am Thema Gebirgsübergänge ist, dass ich mich damit recht gut auskenne, und dass ich die Daten weitgehend aus den Karten herauslesen kann. Weniger schön ist, dass es so viele Gebirgsübergänge gibt.
Auch beim Spieler "Alepou" war die Eitelkeit grösser als das Geografiewissen. Auch von ihm haben wir uns verabschiedet (und gleichzeitig haben wir seinen Trick verunmöglicht).
Menschen tun alles, um berühmt zu werden. Sie lassen sich wochenlang im Container einsperren oder essen Regenwürmer im Urwald, nur um einmal im Fernsehen zu kommen. Und sie beantworten die Fragen im Geografiespiel, indem sie sie gleichzeitig woanders nachschlagen. Tja, lieber "marzio" und "s.scheppert", eure Einträge in der Bestenliste vom November sind nun weg.
Flüsse sind, wie bereits am 21. März festgestellt, komplexe Gebilde. Die Datenbank führt zu jedem Fluss das Merkmal "Ziel" und hält darin den nächstgrösseren Fluss fest. Seen werden dabei im Sinne einer temporären Verbreiterung des Flussbetts ignoriert. Diese simple Logik entspricht aber nicht der Art und Weise, wie wir Flüsse wahrnehmen, und ich habe deshalb verschiedentlich Korrekturhinweise erhalten. An der Logik selbst habe ich nichts geändert, aber diejenigen Flüsse, die über einen See in den nächstgrösseren Fluss münden, haben nun beim Merkmal "Ziel" einen passenden Vermerk. So heisst es nun beispielsweise bei der Engelberger Aa: "Reuss (über Vierwaldstättersee)".
Mit nur gerade 40 Zeilen Code konnte ich zu den Städten eine einfache Distanzentabelle erstellen. Das Programm öffnet die Städteliste zweimal (einmal für die x-Achse und einmal für die y-Achse der Tabelle), und wendet auf jeden Kreuzpunkt den Satz von Pythagoras an, um aus den Koordinaten der beiden Städte die Distanz zu berechnen. Manchmal staune ich selbst, wie einfach die Dinge sind.
Ein Arbeitskollege hat zwecks Aktualisierung der Geografiedatenbank seinen Sonntagsspaziergang extra nach Oberglatt verlegt, und so wissen wir nun mehr: Die Hirschenbrücke im Dorfzentrum wurde 1993 dem Verkehr übergeben. Es ist eine gedeckte Holzbrücke mit Bogentragwerk (also genau der gleichen Technik wie die frühere Grubenmann-Brücke). Dass die Gemeinde Oberglatt eine über 200jährige Technik erfolgreich für eine neue Brücke einsetzt, zeugt einerseits von der Genialität dieser Konstruktion, andererseits vom historischen Bewusstsein der Gemeinde. Wir sind beeindruckt.
Die Fachpresse meldet, dass Mozilla Firefox gegenüber Internet Explorer zunehmend Marktanteile gewinnt. Und wie verschiedene Besucher bemerkt haben, war das Geografiespiel bisher nur auf Internet Explorer ausgerichtet. Dem Hochnebel sei Dank: Nun läuft es auch mit Firefox.
Die Schwierigkeit lag darin, dass die Objektmodelle (DOM) von Internet Explorer und von Mozilla nicht übereinstimmen. Internet Explorer kennt die Eigenschaften offsetX und offsetY, welche mir die Pixel-Position des Mausklicks innerhalb der Karte zurückmelden. Mozilla und Firefox hingegen beruhen auf dem DOM von Gecko, und hier muss man die Pixel-Position mühsam aus der Position des Bildes einerseits und der Position des Mausklicks innerhalb der Seite andererseits berechnen. Und da ich mich mit den Browser-DOMs sowie mit JavaScript nicht sonderlich gut auskenne, benötigte das zwei Stunden mit Versuch und Irrtum-Programmierung.
Auch wenn es jetzt läuft, bleibe ich bei meinen alten Ansichten: Das Gecko-DOM mag zwar Standard und Open Source usw. sein, ist aber trotzdem schwächer als das IE-DOM. Und Javascript ist eine hässliche Sprache.
Normalerweise nehme ich Korrekturhinweise zur Geografiedatenbank sehr ernst; ich validiere den Hinweis und nehme üblicherweise innert weniger Tage die Korrektur vor. Heute aber muss ich stur bleiben: Nein, lieber S. aus Z., die Erfindung des Robidog 1980 ist ein historisches Ereignis, und der Eintrag bleibt deshalb in der Liste zur Geschichte der Schweiz drin.
Nachdem ich immer wieder einzelne Hinweise auf Kleinseen erhalte, die in der Datenbank noch fehlen, war es an der Zeit, die Seenliste etwas systematischer zu vervollständigen. Und dabei zeigt sich einmal mehr, dass sich die geografische und kartografische Realität schwer damit tut, in meine Datenstrukturen hineinzupassen. Es geht um die Seen, welche eigentlich keine Seen sind, sondern gestaute Flüsse:
Es wäre wohl unpassend, nur diejenigen Seen als Seen zu betrachten und in der Datenbank aufzunehmen, die auf der Karte einen Namen haben. Die drei namenlosen gestauten Flüsse sind nun in der Datenbank drin - wer einen besseren Namen für sie weiss, möge sich bitte melden.
Während dem zweiten Weltkrieg erlebte der Holzbrückenbau eine kleine Renaissance. Ob dafür wirklich der Mangel an anderen Baumaterialien ausschlaggebend war, wie Werner Stadelmann in seinem schönen Buch "Holzbrücken der Schweiz" festhält, oder ob es nicht vielmehr um eine sinnvolle Beschäftigungstherapie für die Sappeurkompanien der Armee ging, bleibe dahingestellt - schön sind sie allemal. Wer übrigens das Buch von Stadelmann sein eigen nennt und es nicht mehr sehen kann, soll sich bitte bei uns melden!
Beeindruckend ist die Geschichte der Grantibrücke in Frutigen. Sie wurde nach einem heftigen Unwetter im Sommer 1974 weggespült, ohne dabei auseinander zu brechen, und konnte nachher mit einem Kran wieder auf die alten Lager gestellt werden. Das erinnert mich an eine Geschichte, die ich vor Jahren im Rheintal gehört habe: Dort soll ein Riegelhaus an einem völlig durchnässten Hang mehrere Meter abgerutscht sein, und der Bauer habe am neuen Standort eigentlich nur die Haustüre neu zu richten brauchen. Se non è vero, è ben trovato: Holz als Baumaterial scheint eine gewisse Fehlertoleranz zu haben.
Die Datenbank gibt wo möglich Hinweise dazu, ob die Brücke befahrbar ist oder nur für Fussgänger bestimmt ist:
Bei einer "gedeckten Holzbrücke" schützt ein Dach den Brückenboden vor Witterungseinflüssen. Bei einer ungedeckten Holzbrücke wird der Brückenboden mit bautechnischen Massnahmen (schräge Fahrbahn, Belüftung durch offene Bauweise, Bitumen-Abdeckung) vor der Witterung geschützt.
Die Recherchen zu den Holzbrücken lassen einige zwar nicht erstaunliche, aber doch interessante Schlüsse zu:
Man mag das Ballenberg-Heimatschutz nennen und denken, dass eine historische Brücke, aus ihrem historischen Kontext herausgerissen, nur noch ein billiges Andenken ist. Mag sein. Der Schönheit dieser Brücken tut das keinen Abbruch.
Ich weiss nicht mehr, was mich auf die Idee gebracht hat, nun auch die Holzbrücken inventarisieren zu wollen. Aber nachdem ich einmal damit begonnen habe, ist es, wie schon bei den Aussichtstürmen oder den Bergwerken, ein spannendes kulturgeschichtliches Thema. Es gibt über 200 Holzbrücken in der Schweiz, und jede hat ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Umfeld.
Einen ersten hochinteressanten Einstieg finde ich in der Broschüre Holzbrücken im Emmental, herausgegeben vom Tiefbauamt des Kantons Bern und von Pro Emmental. Die Broschüre beschreibt 29 historische gedeckte Holzbrücken im Emmental und Oberaargau.
Die Technik des Holzbrückenbaus erlebte ihre Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert (u.a. durch den innovativen
Appenzeller Baumeister Hans Ulrich Grubenmann, 1709-1783, der in Teufen mit einem eigenen Museum geehrt wird) und geriet dann in
Vergessenheit. Erst seit ca. 1990 werden wieder vermehrt Holzbrücken und Stege gebaut. Besonders hervorgetan hat sich
dabei Walter Bieler, der Architekt des Sagastägs in Schiers, der Laaderbrücke
in Nesslau oder des Fussgängerstegs Rapperswil-Hurden. Die robuste Eleganz seiner Brücken ist beeindruckend.
Tragisch ist die Geschichte des Traversina-Stegs. Im Rahmen des historischen Wanderwegs Via Spluga wurde 1996 eine elegante Fussgängerbrücke über das Traversina-Tobel bei Rongellen gebaut, aber schon 1999 wurde sie durch einen Felssturz zerstört. Glücklicherweise dokumentiert die österreichische pro:Holz dieses filigrane Werk. Im Sommer 2005 soll die neue Traversina-Brücke eröffnet werden.
Die Zahl der Burgen, Schlösser und Ruinen liegt nun bei über 500. Da die vom Burgenverein und der Landestopografie herausgegebene Burgenkarte vergriffen ist, haben mir, neben der LK 1:50'000, vor allem drei interessante Sites weitergeholfen:
Es ist erfreulich, wenn begeisterte Amateure ihr Hobby mit soviel Liebe und Inhalt dokumentieren. Weiter so, Kollegen!
Nach den negativen Erfahrungen mit der Bestenliste hatte ich diese am 1. Mai gesperrt. Ich habe sie nun vollständig neu programmiert und denke, dass es mit der neuen Technik weniger leicht sein sollte, das Spiel auszutricksen. Jeder Spielzug wird in einer Datenbank aufgezeichnet, und somit können nur genau 10 Runden in der präzisen Reihenfolge von 1 bis 10 gespielt werden. Zurückblättern, Refresh und ähnliche Tricks sollten nicht mehr möglich sein.
Weitere Änderungen:
Anhand der Karte und mit der Hilfe von SwissCastles konnte ich die Liste der Burgen und Schlösser um 64 Objekte erweitern; sie umfasst nun 286 Einträge. Und wieder ist die Recherche lehrreich: Ich erfahre, dass das Schloss Wyden in Ossingen 1944 durch den Absturz eines amerikanischen Bombers zerstört und danach wieder aufgebaut wurde. Und ich staune darüber, wieviele prächtige Schlösser es im Kanton Thurgau gibt (und wie schlecht sie für den Tourismus genutzt werden).
Das sonnigste aller Herbstwochenenden verbringe ich mit Fieber im Bett. Immerhin schaffe ich es, hustend und schnupfend etwas Fleissarbeit an der Geografiedatenbank zu erledigen: Seilbahnen, Burgen und Schlösser, Moore und SAC-Hütten sind nun einer Gemeinde zugeordnet. Und endlich kann man in der Lage-Anzeige eine vergrösserte Karte abrufen. Ich verwende dazu die swisstopo Karte im Massstab 1:1'000'000. Nachdem ich verschiedene Referenzpunkte bestimmt habe, komme ich zum angenehmen Schluss, dass 1 km genau 10 Pixeln entspricht. Das macht das Programmiererleben einfacher.
Beinahe jedes Objekt in der Geografiedatenbank lässt sich einer Gemeinde zuordnen. Ich habe nun ein (verstecktes) Feld für die Gemeindenummer eingeführt. Betrachtet man in der Lage-Anzeige ein Objekt, bei dem diese Gemeindenummer ausgefüllt ist, kann man sich neu alle Objekte dieser Gemeinde anzeigen lassen.
Die Postleitzahlen werden neu mit Sprachcode und PLZ-Typ angezeigt. Jede Postleitzahl ist einer Gemeinde zugeordnet (die Lage der Postleitzahl bezeichnet deshalb auch die geografische Mitte des Gemeindegebietes, nicht etwa die Lage einer Poststelle). Im Geografiespiel werden die Postleitzahlen jedoch ignoriert.
Die Suchresultate werden neu nach Objekttyp sortiert angezeigt.
Die Kantone machen Fortschritte bei der Gemeindezusammenlegung. Seit 1. Januar 2004 gibt es nur noch 2815 Gemeinden. Eine durchschnittliche Gemeinde hat also etwa 2630 Einwohner, wobei dieser Durchschnitt durch extrem grosse Gemeinden wie Zürich, Basel oder Genf deutlich nach oben gedrückt wird. Rund 50% aller Einwohner leben in nur 5% aller Gemeinden. Und etwa 1500 Gemeinden, also mehr als die Hälfte, hat weniger als 1000 Einwohner und damit dringenden Fusionsbedarf.
Im Unterhalt der Geografiedatenbank sind solche Gemeindezusammenlegungen alles andere als trivial. Teilweise erhalten die Gemeinden bei der Zusammenlegung neue Gemeindenummern, und die fusionierte Gemeinde kann den Namen einer der beteiligten Gemeinden, einen vollständig neuen Namen oder einen aus den alten Namen zusammengesetzten Namen tragen. Die fusionierten Gemeinden haben natürlich auch neue geografische Schwerpunkte; auch die Koordinatenangabe will aktualisiert sein. Glücklicherweise hat die Landestopographie ihr Schwerpunkt-File bereits entsprechend angepasst.
Besonders knackig war diesmal der Kanton St. Gallen. Er hat nicht etwa Gemeinden zusammengelegt, sondern die vierzehn Bezirke als Verwaltungseinheit ersatzlos abgeschafft. Einzig für die Wahlen besteht noch ein Konzept der Wahlkreise oder Regionen, aber es sind nicht mehr vierzehn, sondern nur noch acht. Das Bundesamt für Statistik sowie die Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen verwenden nun offensichtlich diese Wahlkreise in ihren Auswertungen als Ersatz für die bisherigen Bezirke. Das erfahre ich aber nicht etwa auf der Homepage des BFS oder des Kantons St. Gallen, sondern nur indirekt aus dem amtlichen Gemeindeverzeichnis, in welchem die St. Galler Gemeinden mit neuen Bezirksnummern geführt sind. Die Namen zu den neuen Bezirksnummern finde ich auf der Homepage der Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen; dort sind einige Auswertungen nach Regionennamen gruppiert. Da die Zuordnung von Gemeinden auf Bezirksnummern (im amtlichen Gemeindeverzeichnis) und von Gemeinden auf Regionennamen (bei den Regionalauswertungen der St. Galler) 1:1 übereinstimmen, bin ich einigermassen sicher, dass ich den neuen St. Gallern "Bezirken" die richtigen Namen gegeben habe.
Es ist ja schon schön, wenn die Kantone sparen und effizienter werden. Aber dass der Kanton St. Gallen dabei erstens mein Datenmodell in Frage stellt und zweitens ohne mein Wissen neue Bezirksnummern und -namen einführt, ist schon ein starkes Stück. Zumindest fragen könnte man doch.
Für Statistik-Profis und amtliche Stellen gibt es sicher einfachere und direktere Wege, um an solche Informationen heranzukommen. Dem Amateur bleibt nichts anderes als das stundenlange Recherchieren im Internet. Dass das BFS gerade seine Homepage umbaut und im Moment viele BFS-Hyperlinks ins Leere zeigen, hat mir das Leben nicht unbedingt erleichtert. Aber es ist geschafft - das Gemeindeverzeichnis in der Geografiedatenbank ist nun auf dem Stand vom 1.1.2004.
Sie standen schon lange auf der Pendenzenliste, jetzt sind sie drin: Die knapp 50 Inseln, die ich anhand der Karte gefunden habe. Die meisten sind Flussinseln, vor allem in der Aare zwischen Klingnau und Biel. In die Liste aufgenommen habe ich auch Inseln, die erst durch die Anlage eines Kanals entstanden sind, etwa das Werdinseli (Au) in Zürich. Als einzige Halbinsel habe ich die St. Petersinsel im Bielersee aufgenommen (sie war ja früher eine Insel). Erstaunlich ist die Ile d'Ogoz im Lac de la Gruyère: Die jüngste aller Inseln ist erst 1948 beim Aufstauen des Sees entstanden.
Viele der kleinen Flussinseln haben keine Namen. Falls jemand die lokal gebräuchlichen Namen kennt, bin ich für Hinweise dankbar.
Im August wurde das Geografiespiel über 26'000 Mal zu Ende gespielt; im Durchschnitt wurden 430 Punkte erzielt. 77% der Spieler wählten die Variante mit Tipps und erzielten dabei durchschnittlich 484 Punkte, während in der Variante ohne Tipps "nur" 251 Punkte erreicht wurden. Nach wie vor werden die meisten Spiele an Werktagen, insbesondere am Nachmittag gespielt. Die höchsten Punktezahlen werden jedoch in der Nacht zwischen 03:00 und 06:00 erzielt.
Die Flüsse bleiben ein schwieriges Thema (mehr dazu beim Eintrag vom 21. März). Ein Besucher hat mich darauf hingewiesen, dass der Hallwilersee nicht von der Bünz, sondern vom Aabach entwässert wird. Aabach und Bünz treffen in Möriken-Wildegg kurz vor der Aare zusammen und fliessen gemeinsam in die Aare. Heisst der 200 Meter lange gemeinsame Lauf nun Bünz oder Aabach? Ich weiss nicht, wie die Einwohner von Möriken-Wildegg oder die Hydrologen das sehen - aber nach dem Ortsplan, den die Gemeinde Möriken-Wildegg auf der Homepage zeigt, ist die Bünz der breitere der beiden Flüsse. Ich habe den Aabach nun als Nebenfluss der Bünz aufgenommen.
Auch in der Romandie gibt es Aussichtstürme. Aufmerksame Besucher haben mich auf den Mont Pèlerin (VD) und Mont Renaud (JU) hingewiesen (Danke!). Natürlich habe ich bei Google sofort nach weiteren Aussichtstürmen in der Romandie gesucht, und zwar mit dem Suchbegriff "tour panoramique". Als Resultat bekam ich 200 Seiten Hinweise auf Stadtführungen und Carreisen, bei denen man viel über eine Gegend erfährt... Mein Lob auf die Effizienz des Französischen vom 12. März muss ich deshalb relativieren. Das Französische ist für meine Recherchen effizient, sofern ein Wort genau eine Bedeutung hat. Wo aber die französische Vieldeutigkeit zuschlägt (wie bei "tour", das Turm und Reise bedeutet), wird es schwierig. Unser Französischlehrer hat dazu immer gerne das Beispiel "fraise" mit seinen drei Bedeutungen "Erdbeere", "Zahnarztbohrer" und "Halskrause" gebraucht. Fragt man Google auf französisch nach "fraise", kommen zudem noch die Bedeutungen von "frais" (Kosten, frisch) mit ins Spiel. Da fragt man sich schon, wie unsere Kollegen in der Romandie und ihre Nachbarn im Westen im Internet überhaupt irgend etwas finden, wo doch alles immer alles bedeuten kann.
Eine meiner
Lieblingsseilbahnen, die Sesselbahn von Feldis nach Mutta, gibt es nicht mehr. Sie war die einzige Sesselbahn mit
Einersesseln, die ich kenne. Die einfachen Lattenholz-Sessel waren so konstruiert, dass man sich beim Einsteigen
zwingend blaue Flecken unter den Knien holte - das war Hardcore-Sesselbahnfahren für absolute Kenner und Geniesser. Nun
musste sie aus Altersgründen abgebrochen werden. Die neue Sesselbahn mit Zweiersitzen soll im Dezember 2004 eröffnet
werden. Die Initianten suchen nach wie vor nach Gönnern, Spendern und Investoren. Wir wünschen Feldis viel Erfolg bei
diesem Projekt.
Für Freunde der besonderen Seilbahnen hier noch zwei Tipps: Die Holzkistenbahn Ennenda-Äugsten (Pendelbahn mit nur einer "Kabine", Benützung nur nach Anmeldung auf Telefon 055 640 81 53) und die Sesselbahn Braunwald-Gumen, bei der man nicht in Fahrtrichtung sitzt, sondern seitlich hinausschaut. Für Fotografen ist das ein Traum: Knipsen beim Fahren ohne störende Tragseile. Wer das noch erleben will, muss sich allerdings beeilen, denn im Sommer 2005 soll eine neue Gondelbahn auf den Gumen gebaut werden.
Es vergeht kein Tag, ohne dass ein Besucher schreibt, das Geografiespiel sei zu schwer. Man schlägt vor, ein Spiel mit und eines ohne Berge zu machen, oder bei den Seilbahnen die Bergstation statt die Talstation anzugeben, oder die Punke grosszügiger (d.h. nicht nur im Radius von 40 Kilometern) zu geben. Ich habe das Programm nun so angepasst, dass man zu Beginn die Schwierigkeit wählen kann. Bei der Version "mit Tipps" erhält man zu gewissen Objekttypen zusätzliche Angaben, bei Bergen etwa die Höhe und das Kartenblatt. Die Version "ohne Tipps" entspricht dem bisherigen Modus, der nur den Objektnamen und den Objekttyp anzeigt. Ich bin gespannt, wie sich die Besucher entscheiden werden.
Die Nutzungsstatistik zum Geografiespiel zeigt klar: Hier wird volkswirtschaftliches Leistungsvermögen sinnlos verpufft. Meine Traurigkeit darüber hält sich in Grenzen.
Ich finde weitere Informationen zur Geschichte der Eisenproduktion. In vielen Gegenden der Kalkalpen und des Jura wurde vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Bohnerz im Tagbau abgebaut. Die Lager waren oft nach wenigen Jahren erschöpft, und die dabei ausgehobenen Gruben bilden heute als kleine Weiher in den Wäldern oft ökologisch wichtige Biotope. "Die Schweiz ist reich an armen Minen", erfahre ich, und das sagt es wirklich treffend. Während dem zweiten Weltkrieg wurden vermehrt heimische Rohstoffe gefördert, deren Abbau sich zu Friedenszeiten nicht lohnte. Unter anderem soll im Wallis in Dutzenden von Gruben Anthrazit abgebaut worden sein, aber dazu habe ich noch keine Hinweise im Web gefunden.
Der April war ein intensiver Monat für die Geografiedatenbank. Der Zufallsgenerator des Geografiespiels hat über 70'000 Fragen gestellt und damit selbst die Nachfrage nach Geografie-Auskünften angeheizt. Diese stiegen denn auch von ca. 9'000 im Februar auf etwa 17'000 im März und nun 36'000 im April. Viele Besucher wollen im Geografiepspiel eine möglichst genaue Antwort geben und starten deshalb eine zweite Sitzung in der Geografiedatenbank, wo sie ein Objekt zuerst suchen und auf der Karte anzeigen lassen, bevor sie im Geografiespiel die Position anklicken. Ich habe die Bestenliste nun gesperrt und nehme an, dass das die Nachfrage wieder etwas reduzieren wird.
Nicht spielende Besucher steigen über eine der Themenlisten in die Geografiedatenbank ein. Die Popularität der einzelnen Themen ist seit Monaten konstant. In der Zeit von Januar bis April 2004 waren die folgenden Listen am meisten gefragt:
| Liste | Aufrufe |
|---|---|
| Bezirke | 2535 |
| Gemeinden | 2305 |
| Postleitzahlen | 1919 |
| Kantone | 1705 |
| Flüsse | 1630 |
| Berge | 1558 |
| Burgen und Schlösser | 1504 |
| Seilbahnen | 1190 |
| Geschichtliche Ereignisse | 1172 |
| Landschaften und Naturdenkmäler BLN | 1115 |
Dass die Bezirksliste in der Popularität ganz oben steht, dürfte einen banalen Grund haben: Sie ist die erste Liste im Navigationssystem. Erstbesucher ohne spezifische Interessen schauen offensichtlich einfach mal in die erste Liste hinein, um herauszufinden, was ihnen die Geografiedatenbank bringt. Dass die Liste der Berge gar nicht so oft aufgerufen wird, erstaunt auch nicht: Routinierte Besucher verwenden dazu die Gipfeldatenbank, welche weitaus raffiniertere Suchmöglichkeiten und mehr Informationen zu Bergen bietet. Was mich freut, ist die hohe Nachfrage nach den Fluss- und Seilbahnlisten; das zeigt, dass sich der Aufwand für das Sammeln und Aufbereiten dieser Daten gelohnt hat. Noch nicht unter die Top Ten geschafft haben es die Aussichtstürme, aber das wird wohl noch kommen: In den ersten drei Wochen wurde diese Liste bereits über 400 Mal aufgerufen.
Als ich 1998 meine Homepage aufschaltete, war Spam noch unbekannt, und es war üblich, seine Mail-Adresse öffentlich zu machen. Mit den Jahren wurde das jedoch unpraktisch; ich erhielt am Schluss täglich ca. 400 Angebote für Viagra, geniale Geldgeschäfte mit Nigeria, Raubkopien von Windows XP oder Einladungen von jungen hübschen Damen, die sich scheinbar viel Zeit für mich nehmen wollten. Ich habe deshalb meine Mail-Adresse gelöscht und auf allen Seiten durch ein Kontaktformular ersetzt. Interessanterweise ist seither die Anzahl der Korrektur- und Ergänzungshinweise zur Geografiedatenbank massiv gestiegen. So teilt Dominique Alain Chiquet mit, dass der Flughafen Unterbach (Meiringen) fehlt, oder Jürg Blaser weiss, dass das Kirchgemeindehaus Trub früher ein Kloster war. Empfinden die Besucher ein Formular als sicherer oder seriöser? Sei's drum: Besten Dank, und weiter so!
Auf den bewaldeten Kuppen und Hügeln des Mittellandes braucht es manchmal nur wenig Höhe für eine tolle Aussicht. Auf
einigen der früheren Hochwachten finden sich heute 20-30 Meter hohe, oft aus Holz konstruierte Aussichtstürme als
typisches lokales Schulreisen- und Ausflugsziel. Erfreulicherweise werden viele Türme von zumeist lokalen Vereinen vor
dem Verfall bewahrt, und es werden, selten zwar, auch neue Türme gebaut, etwa auf dem Sauvabelin bei Lausanne oder auf
dem Moron (Architekt: Mario Botta!). Selbst Stoff für lokale Tragödien und Heldengeschichten ist vorhanden: 1998
erneuerte die Gemeinde Röthenbach im Emmental den Chuderhüsi-Turm, und schon 2001 brannte er ab. Es war für die kleine
Gemeinde ein riesiger Effort, an gleicher Stelle wieder einen Turm aufzubauen, aber sie haben es geschafft: Schon 2002
konnte der neue Chuderhüsi-Turm eingeweiht werden. Die Liste der Aussichtstürme dürfte noch sehr unvollständig sein, und für
Ergänzungen und Korrekturhinweise bin ich wie immer dankbar.
Nach wie vor versuchen einige Schlaumeier, das Geografiespiel auszutricksen, um sich ohne wirkliche Leistung gleich mehrfach in die Bestenliste einzutragen. Liebe Schlaumeier, dazu muss ich drei Dinge festhalten: Erstens, ich merke es anhand der Einträge im Logbuch und lösche eure Einträge. Zweitens, ich ändere das Programm so, dass ihr das in Zukunft nicht mehr tun könnt. Drittens, ihr stehlt mir damit nur Zeit, die ich lieber für zusätzliche Inhalte statt für zusätzliche Schlaumeierkontrollen einsetzen würde.
Was mir bei Internet-Recherchen immer wieder auffällt: Wie wenig wirklich fundierte Information selbst zu wissenschaftlichen Themen im Web zu finden ist. Ich habe auf tausend Arten versucht, mehr über die Korrektionsarbeiten in der Magadino-Ebene und im Maggiadelta herauszufinden. Ich erfahre zwar, dass ein Consorzio Correzione del Fiume Ticino dabei die Bauleitung hatte, aber diese Organisation, die es immer noch gibt, ist auf dem Web nicht präsent, und die vielen Organisationen im Bereich Wasserbau wie Eawag, Bundesamt für Wasser und Geologie oder Schweizerischer Wasserwirtschaftsverband informieren nicht oder nicht ausführlich über die Geschichte der Korrektionen. Aber zum Glück gibt es das Zentrale Verzeichnis antiquarischer Bücher; ich finde dort einen Hinweis auf das Buch "Die Geschichte des Wasserbaus in der Schweiz" von Niklaus Schnitter und kann es dort auch gleich bei einem der angeschlossenen Antiquare bestellen. Das modernste Medium ausgerechnet für antiquarische Bücher zu nutzen, das gefällt mir. Hoffen wir, dass das Buch lieferbar ist, und dass es hält, was der Titel verspricht.
Die Fliessgewässer im Rheintal zwischen Chur und Bodensee sind auf der Karte verwirrend und erfordern eine kleine Recherche im Internet. Einen ersten Einstieg verschafft mir der kurze Bericht der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke zur Rheinregulierung. Sie beruht auf dem Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Österreich-Ungarn über die Rheinregulierung von 1892 und war für ihre Zeit ein gewaltiges Projekt: Als Schutz gegen die häufigen Hochwasser und zur Entsumpfung der Ebene wurde der Rhein in einen mit hohen Wällen befestigten Kanal gezwungen. Die Bäche links des Rheins wurden in Binnenkanäle (Werdenberger Binnenkanal und Rheintaler Binnenkanal) zusammengefasst. Interessante Details finde ich im Hintergrundbericht zum Diepoldsauer Durchstich. Der Artikel beschreibt nicht nur die mühsamen Enteignungsverfahren und die Verzögerungstaktik der Schweizer, sondern auch die grossen Schwierigkeiten und Leistungen beim Bau selbst.
Ein Besucher hat - was nicht weiter schwer ist - das Geografiespiel ausgetrickst und sich, indem er im Browser immer wieder zurückging und die gleiche Frage mehrmals beantwortete, mit mehr als 1000 Punkten in die Bestenliste eingetragen. Es gibt Leute, die mit sehr wenig zufrieden sind.
Meine Datenbank lokalisiert Flüsse über ihre Mündung (die Quelle ist ja zumeist diffus), und ich war ursprünglich der Meinung, damit ein erfrischend einfaches Mittel gefunden zu haben, um Flüsse, welche ja naturgemäss eine Strecke bedeuten, als Punkte zu lokalisieren: Fluss A mündet in Fluss B, Fluss B mündet in Fluss C oder überquert die Grenze. Aber so einfach ist es nicht - der Ansatz wird folgenden Situationen nicht gerecht:
Die Hydrologen werden diesen Situationen mit einem wesentlich komplexeren Modell gerecht, z.B. im Gewässerinformationssystem Schweiz GEWISS. In meiner einfachen Datenbank, die Objekte nur als Punkt statt als Vektor oder Fläche lokalisiert, ist deshalb die Flusshierarchie im besten Fall eine logisch korrekte Darstellung der Einzugsgebiete.
Alle meine ASP-Programme zeichnen zu statistischen Zwecken die Transaktionen mit Datum, Zeit und IP-Adresse auf. In den Suchtransaktionen wird zudem der Suchbegriff aufgezeichnet - ich prüfe damit, wonach die Besucher suchen, und ob meine Suchprogramme mit diesen Suchbegriffen klar kommen. Nun hat jemand in der Geografiedatenbank nach Einträgen zum Thema "Achselschweiss" gesucht. Das macht die Sache nicht leichter.
Schon am ersten Tag haben 14 Besucher 122 Mal das Geografiespiel gespielt und im Durchschnitt 318 Punkte erreicht. Das Maximum, erzielt um 11:39, lag bei 750 Punkten! Da ist jemand entweder extrem gut oder bekam vom Zufallsgenerator extrem einfache Fragen gestellt.
Es liess mir keine Ruhe. Alle zwei Wochen bringt SF DRS die Unterhaltungssendung "Eiger, Mönch und Kunz" mit der erfrischenden Susanne Kunz als Moderatorin. Die drei Kandidaten müssen als erste Aufgabe einen zufällig ausgewählten Ort auf der Schweizerkarte lokalisieren. Das müsste doch mit der Geografiedatenbank, mit über 10'000 lokalisierten Objekten, auch gehen... Und es geht, das Geografiespiel steht. Die Fragen sind etwas schwieriger als bei Eiger, Mönch und Kunz, weil sehr viele Berge vorkommen, von denen man selbst als Bergsteiger höchstens 20% kennt - aber dafür wird das Lokalisieren durch die Reliefkarte erleichtert (bei EMK hat man nur die Landesgrenzen als Hilfe). Wer in den zehn Fragen mehr als 600 Punkte schafft, vor dem ziehe ich meinen Hut.
Wasserfälle im Internet oder auf der digitalen Landeskarte 1:50'000 zu finden ist nicht gerade trivial. Bei Graubünden Tourismus bringt die Suchfunktion zwar eine Liste der attraktivsten Bünder Wasserfälle; sie dann auf der Karte zu finden ist jedoch nicht leicht, und ich bin nicht sicher, ob ich alle Wasserfälle richtig lokalisiert habe. Besonders informativ ist die Website Wasser in der Jungfrau-Aletsch-Region, auf der ich viel Spannendes zur Geografie, Geologie und Geschichte des Wassers im Berner Oberland erfahre (etwa vom Marmorbruch bei Grindelwald, der 1760 vom rasch vorstossenden Unteren Grindelwaldgletscher zugedeckt wurde).
Die Site erwähnt auf der Seite zum Gasterntal: "Wer Glück hat, kann unterwegs die imposante Sturzquelle des Geltenfalls bewundern, der aus einer senkrechten Felswand herunterstürzt." Google und die digitale Landeskarte finden jedoch keinen Geltenfall (nur den Geltenschuss, aber der ist nicht im Gasterntal, sondern ca. 27 Kilometer weiter westlich). Wer weiss etwas über diese Sturzquelle?
Wenn es um die Lokalisierung von Objekten auf der digitalen Landeskarte geht, ist das Französische und Italienische deutlich effizienter als das Deutsche. In der digitalen Landeskarte muss man beim Suchen die ersten paar Buchstaben eines Namens eingeben; "Wildcards" stehen leider nicht zur Verfügung. In den romanischen Sprachen kann ich oft mit "gorge de..." oder "cascata..." Objekte finden; im Deutschen kommt die Sachbezeichnung zumeist nach dem Eigennamen ("...fall", "...schlucht"). Hoffen wir, dass die nächste Version der digitalen Landeskarte Wildcards unterstützt.
Verschiedene Kantone führen zur Zeit Projekte zur Zusammelegung von Klein- und Kleinstgemeinden in grössere Einheiten durch. Diese Projekte sind politisch schwierig und erfordern Volksabstimmungen auf Kantons- und Gemeindeebene. Während etwa der Kanton Tessin darüber sehr gut informiert, tut sich der Kanton Glarus eher schwer damit. Perfekt dokumentiert ist der (in Sachen Web- Auftritt ohnehin führende) Kanton Fribourg. Ich entnehme den Unterlagen befriedigt, dass Kleinguschelmuth und Grossguschelmuth bereits 1978 zur neuen Gemeinde Guschelmuth fusioniert haben. Die Guschelmuther waren schon immer Visionäre, und es tut einem deshalb fast ein bisschen leid, dass Guschelmuth seit 1.1.2003 keine eigene Gemeinde mehr ist, sondern in die neue Gemeinde Gurmels integriert worden ist.
Ich versuche, die vielen Gemeindezusammenlegungen, von denen ich oft nur zufällig aus der Presse erfahre, im Gemeindeverzeichnis nachzuführen. Schwieriger ist das mit den Objekten, die ich der nächstliegenden Gemeinde zugeordnet habe, etwa mit Schluchten oder Burgen; hier scheue ich den Änderungsaufwand und muss in Kauf nehmen, dass diese Gemeindeangaben teilweise nicht mehr stimmen.
Längerfristig muss ich dazu das Datenmodell der Geografiedatenbank ändern. Heute ist die Gemeinde ein Attribut des Objektes (Kloster x liegt in Gemeinde y). Besser wäre es, jeden Quadratkilometer einer Gemeinde zuzuordnen und dann einen geografischen Dreisatz zu machen (Kloster x liegt im Quadratkilometer y, Quadratkilometer y gehört zu Gemeinde z, also liegt Kloster x in Gemeinde z). Aber dazu müsste ich kostenpflichtige GIS-Daten der Landestopografie abonnieren.
Slavomir, ein Besucher der Geografiedatenbank, teilt mit, dass die Postleitzahl 8058 zu Zürich Flughafen gehört. Danke! Solche Korrekturhinweise helfen, die Datenbank à jour zu halten.
Auf der Suche nach Informationen zu Bergbau und Minen stosse ich auf die Website der Schweizerischen Gesellschaft für historische Bergbauforschung. Die Zusammenfassungen der Artikel in der Vereinszeitschrift Minaria Helvetica sind mir eine grosse Hilfe. So informativ müsste das Web zu allen Themen sein!
Im Virtual Museum of Dead Places finde ich Informationen zur Blei-Zink-Mine in Goppenstein - und auch sonst genügend Gründe, um eine halbe Stunde auf dieser spannenden, wenn auch etwas ungewöhnlich zu navigierenden Site zu verweilen. Die Seiten über das Artilleriewerk Faulensee oder den Wetterhonaufzug sind einen Besuch wert.
[1] Das Zitat war im Oktober 2006 auf http://www.brig.ch/tourismus/verkaufsartikelprospekte/sommer2006.pdf zu finden. Im Juni 2007 fand ich dieses Dokument nicht mehr. Ob Brig Belalp Tourismus das Dokument aufgrund meines Kommentars entfernt hat, weiss ich leider nicht.
[2] Die Site http://www.bissesduvalais.ch, die mir im Dezember 2005 als Quelle diente, war im Juni 2007 nicht mehr auffindbar.
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