Das Ende aller Diskussionen: Olympus C-3030

25. Mai 2000

Seit exakt 3 1/2 Jahren fotografiere ich nun digital - zuerst mit der Olympus C800 (1024x768), dann mit der C1400 (1280x1024) und nun mit der neuen C-3030. Sie gehört mit ihrer Maximalauflösung von 3.3 Megapixeln (2048x1536) zur Spitzenklasse der Consumer-Kameras und bietet technische Finessen, die meine ursprünglichen Erwartungen weit übersteigen:

Viele dieser Spielereien werde ich wohl gar nie einsetzen (das mehr als 200 Seiten umfassende, nur als PDF-Datei mitgelieferte Handbuch kann hier durchaus abschreckend wirken). Entscheidend waren für mich vor allem drei Faktoren:

  1. Die - im Vergleich zur C1400 - praktische Grösse: Sie hat das Format einer Kompaktkamera und wiegt nur leicht über 300 Gramm.
  2. Der hervorragende Autofokus. Ich würde zwar nach wie vor eine manuelle Scharfstellung durch den Sucher bevorzugen - aber ein Autofokus, der bei 50 Aufnahmen mit Fenstern, Gegenständen im Vordergrund oder im Halbdunkel nur gerade eine einzige leicht unscharfe Aufnahme liefert, ist doch langsam akzeptabel.
  3. Die hervorragende optische Qualität. Ich habe einige Schnappschüsse bei mittlerer Qualität in einer Auflösung von 1280x960 gemacht, und die Sauberkeit des Bildes und die Farbqualität haben mich überrascht. Der beiliegende Ausschnitt, ohne Blitz bei bedecktem Himmel gemacht, gibt davon einen Eindruck.

    Musterfoto

Zwei Wermutstropfen bleiben. Zum einen ist die C-3030 keine Spiegelreflexkamera mehr. Ich muss meinen heissgeliebten Polarisationsfilter aufgeben und werde in Zukunft deshalb wieder vermehrt blasse Himmel über meinen Bergfotografien haben. Zum andern sind die interessanten fortgeschrittenen Funktionen, etwa die manuelle Scharfstellung oder die Vorwahl einer Blende, nur über die Menüführung auf dem eingebauten Bildschirm zugänglich. Ich denke, dass analoge Einstellfunktionen, wie sie bei alten Kameras für Zeit, Blende oder Distanz zur Verfügung stehen, nach wie vor schneller und intuitiver sind als digitale. Offensichtlich ist es für die Hersteller einfacher oder billiger, solche Funktionen über einen Chip zu steuern - ich würde jedoch gerne ein paar Franken mehr bezahlen und dafür schnell und präzise meine eigenen Einstellungen vornehmen können.

Der Preis ist nach wie vor exorbitant. Es gilt weiterhin das Kochsche Gesetz, wonach die einzige wirklich attraktive Kamera immer 2000 Franken kostet (und der einzige wirklich attraktive PC immer 4000). Lohnt sich die Anschaffung? Das hängt ganz davon ab, ob Sie Ihre Bilder auf Papier oder elektronisch benötigen. Da ich meine Aufnahmen kaum je drucke, jedoch teilweise auf dem Web publiziere und manchmal Freunden als elektronische Postkarte verschicke, ist mein Preisvergleich vielleicht etwas unüblich. Er zeigt aber, dass sich gute Digitalkameras heute durchaus für den Amateur rechnen können (im Geschäftsleben, etwa bei Journalisten, Schadeninspektoren oder Architekten, ist der Nutzen ohnehin gegeben).

Ich mache normalerweise rund 1000 Aufnahmen pro Jahr. Betrachten wir den PC für die Digitalkamera als vorhanden, ebenso wie das Fotoalbum, den Diaprojektor und die Leinwand bei der konventionellen Kamera, sieht meine Rechnung gar nicht so schlecht aus. Man spart zwar noch nichts mit Digitalkameras, aber die Freude an der Spielerei ist ja irgendwie auch etwas wert:

Komponente Digialkamera Konventionelle
Kompaktkamera
Einstandspreis 1980 400
Reproduktionskosten für 1000 Aufnahmen (inkl. Filme) 0 1000
Digitalisierung für 100 Aufnahmen 0 200
Total 1980 1600

Fazit: Zum ersten Mal scheint es mir prüfenswert, alle meine konventionellen Kameras - vielleicht mit Ausnahme der guten alten mechanischen Voigtländer - abzustossen. Mit gegen hundert Aufnahmen auf einer 32MB-Karte kann ich mit der Olympus C-3030 auch eine ganze Ferienwoche hindurch fotografieren, und mit der Möglichkeit, die Aufzeichnungsqualität fast nach Belieben zu variieren, kann ich einzelne besonders "wertvolle" Sujets auch in beinahe Kleinbild-naher Qualität festhalten. Und der Qualitätssprung bei den digitalen Kompatkameras wird über kurz oder lang zu einem Preiszerfall bei den digitalen Systemkameras (z.B. Nikon D1) führen - bis in zwei Jahren werden Digitalkameras für Leute, die oft mit PCs arbeiten, wohl die übliche Wahl sein.

Mehr über die Olympus C-3030 erfahren Sie auf der Web-Site von Olympus America.